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Das ländliche Wohnhaus im Gerichtsbezirk Stainz : eine Untersuchung historischer Hausformen in der Weststeiermark
Entstehung
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7.5. Kleinformen

Unter Kleinformen sollen alle jene Bauten zusammengefaßtwerden, die im Wohnteil aus maximal zwei Zonen bestehen. Zu ihnenzählen zweizonige Wohnteile von Streckhöfen der Klein- und Kleinst-wirtschaften, Winzerkeuschen sowie Kellerstöckln und" Gastkeu-schen", die oft nur zeitweise bewohnt werden.

Von der Baustruktur her entsprechen all diese Gebäude dem vor-hin Besprochenen, und zwar immer in der bescheidensten Ausfüh-rung. Dabei kommen alle Gruppen sowohl als Holz- und Gemischt-als auch als Mauerbauten vor%; B nur bei den Wohnteilen von Klein-wirtschaften spielt der Anteil der Mauerbauten eine größere Rolle,sonst handelt es sich großteils um Block- und Gemischtbauten.

Während die wohnteile von Streckhöfen, die Winzerkeuschen unddie Gastkeuschen im allgemeinen aus einer Stube sowie einem Flurmit Küche bestehen, da sie meist ständig bewohnt wurden, beste-hen die Kellerstöckln im allgemeinen nur aus einem Aufenthalts-raum und dem daran anschließenden Preßraum( s. Abb. 32, 33). Auchdie Kellerstöckln waren aber zum Teil ständig bewohnt, so zumBeispiel eines in Gamsgebirg( GA 41) bis 1947/48. Ein 1893 er-richtetes gemauertes" Stöckl" in Pichling( PI 62) diente früherals Wohnung für" Gastleut", jetzt als" Auszugsstüberl". Zum Teilwurden Kellerstöckln auch durch Zubauten erweitert und so zuWohnhäusern umgebaut, wie beim Haus vulgo Sieber- Hiasl( GA 54),bei dem die Stube Teil eines Kellerstöckls war, das 1856 durchFlur und Zimmer erweitert wurde. Ein Beispiel für die Veränderungin der Nutzung bietet die Gastkeusche beim Hof vulgo Trausnig-1bauer( SIR 50). Sie ist schon im FK als Wohngebäude eingetragen,diente nach Angaben des Besitzers in den 20er und 30er Jahren alsWohnung für einen Schneider, dann für seine Tante, einen" Allein-stehenden und jetzt als Wochenendhaus.

Bei den Winzerkeuschen gibt es neben der Form, die mit denStreckhofwohnteilen identisch ist, im Gebiet von Stainz etwa ab1810 eine Ausprägung von breitgiebeligen Winzerkeuschen in Block-bau, bei denen einem großen quadratischen Preßraum giebelseitigzwei Räume( Flur und Wohnraum) vorgelagert sind. Diese Bauten

1StLA, FK 2146 Sierling, Bauparzellenprotokoll, BP 112.

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