Druckschrift 
Das ländliche Wohnhaus im Gerichtsbezirk Stainz : eine Untersuchung historischer Hausformen in der Weststeiermark
Entstehung
Seite
219
Einzelbild herunterladen
 

7. TYPEN UND VARIANTEN DES WOHNHAUSES IM BEZIRK STAINZ

Jede Typologie stellt eine verallgemeinernde Vereinheitlichungdar, ein Hineinzwängen in vorgegebene, wenn auch herausgearbeite-te Kategorien. Bei einer so komplexen Materie wie dem Haus( inwelcher Form auch immer) ist eine völlig klare Typologie kaummöglich. Bei einer allgemeinen Typologie müssen immer ein odermehrere Kriterien stärker bewertet, andere dafür vernachlässigtwerden, da für verschiedene Bestandteile des Hauses verschiedenezeitliche und räumliche Geltungsbereiche gegeben sind.-

1

R. Weiss meint bei der Darlegung seiner funktionalistischen Theo-rie in analytischer Darstellung:" Man kann nur einzelne Merkmaleoder Elemente von Bauten und Siedlungen, niemals komplexe Typen

in genauer Raumbindung darstellen." ² Was Weiss hier für die Raum-

bindung festhält, läßt sich ebenso auf die zeitliche Dauer anwen-den, während der eine gewisse Konstruktion, ein Baudetail ver-wendet wurde.

Hier sollen die" Typen" als häufigste Kombination verschiede-ner Grundmerkmale gesehen werden; diese Kombinationshäufungen sindzweifellos vorhanden, auch wenn sie nur Fixpunkte zwischen zahl-reichen Übergangsformen darstellen.

Hauptmerkmal für diese Typologie stellt das Baumaterial inVerbindung mit der Hauskörperform bzw.-größe dar, von ihnen sindim allgemeinen sowohl verschiedene Konstruktionsdetails als auchfunktionale und soziale Aspekte abhängig. Diese können oft nurzusammenfassend und verallgemeinert berücksichtigt werden. Kon-struktionsdetails müssen den vorangestellten Kapiteln entnommenwerden. Ebenso wurde, um die Übersichtlichkeit nicht zu stören,auf die Wiederholung von Hausbelegen und Literaturzitaten, diebereits in den vorangegangenen Kapiteln dargelegt wurden, ver-zichtet.

1 Vgl. Richard Weiss, Häuser und Landschaften der Schweiz. Erlenbach- Zürich

1959, S. 30 f.

2 Ebd., S. 30.

3 Zur Funktion der untersuchten Objekte s. Tab. 9.

219