Druckschrift 
Das ländliche Wohnhaus im Gerichtsbezirk Stainz : eine Untersuchung historischer Hausformen in der Weststeiermark
Entstehung
Seite
226
Einzelbild herunterladen
 

7.2. Der Gemischtbau in Tal- und Hügellagen

Die Bauten dieser Kategorie gehen teilweise auf sekundäreVeränderungen zurück und weisen daher auch sehr unterschiedlicheMauerbauteile auf. Abgesehen von Mauerzubauten des 20. Jh. trittdie geringste Vermauerung bei den Häusern auf, bei denen nureine sekundäre Rauchküche im hinteren Teil des Flurs in Mauerbauerrichtet wird. Der größte Maueranteil ist bei jenen Häusern ge-geben, bei denen nur mehr der Hauptwohnraum( meist nur die Außen-wände) in Blockbau gezimmert und der Rest bereits gemauert ist.Diese Variante stellt gleichzeitig die häufigste Art des Gemischt-baues dar. Die Größenverhältnisse sind bei diesem Typ etwa gleichwie beim Holzbau; der Mauerteil ist häufig etwas breiter als derBlockbauteil( s. Abb. 30).

Für den Holzteil gilt bezüglich Baugefüge und Verzierungen,was schon bei den reinen Holzbauten gesagt wurde. Der Mauerteilkann auf sekundäre Veränderungen zurückgehen, die teilweise aufverschärften baupolizeilichen Verordnungen beruhen, er kann aberauch am jeweiligen Bau primär sein. Beides tritt in Einzelfällenetwa ab 1800, verstärkt ab 1820 auf.

Die Grundrißgestaltung ist zum Großteil gleich wie bei denreinen Blockbauten, nur ist in den hinteren Teil des Flurs häufigdie Rauchküche eingebaut, wodurch es zu einer" Entrauchung" desHauptwohnraumes bei gleichzeitiger Verlegung der Kochfunktion indiesen neuen Raum kommt.

Die Wände bestehen im Gegensatz zu den Berggebieten meist ausZiegel, doch sind die Grenzen hier fließend. Für den oberen Wand-abschluß und damit gleichzeitig für die Decken- und Dachkonstruk-tion gibt es zwei konstruktive Lösungen. Bei Bauten bis etwa 1860werden auf die Ziegelwand zwei Blockbaukränze aufgelegt, sodaẞDeckenkonstruktion und Dachgerüst jenen bei den reinen Blockbautenentsprechen. Nach dieser Zeit wird im allgemeinen die von den rei-nen Mauerbauten her bereits bekannte Konstruktion angewendet. DieDecken sind in diesem Fall Dippelbalkendecken aus halbrunden odernahezu vierkantigen Balken. Das Dachgerüst ist ein Sparrendachoder ein Stichbalkendach, meist mit Kehlbalken, unter Umständenauch mit einer Rähmstuhlzimmerung oder" Satzln". Beim Blockbau-teil werden in diesem Fall die Konsolhölzer an den Traufseitenoft entfernt, da beim Sparrendach die Vorkragung durch die Bund-226