6.7. Die Keller
Die Hauptfunktion des Kellers, sowohl des eingetieften alsauch des ebenerdigen, ist die des Speicherraumes im weitestenSinne.
Die nach Auskunft von Gewährsleuten früher übliche Teilung inMostkeller mit Steinboden und Gemüsekeller mit Lehm- oder Erdbo-den wird zumindest heute nicht mehr eingehalten, es kommen viel-mehr alle Kombinationsmöglichkeiten vor( s. Kap. 4.2.). Beson-ders die Funktion des Mostkellers war früher oft durch ein eige-nes" Stöckl" oder Preẞhaus mit Keller abgedeckt, sodaß der Haus-keller nur für Kartoffeln und Gemüse( vor allem Rüben und Kraut)diente. Mit dem Abkommen dieser Nebengebäude, aber auch bei Häu-sern mit größeren oder mehreren Kellerräumen übernahm der Haus-keller auch diese Funktion.
Eine weitere Aufgabe, die die Keller teilweise erfüllen, heu-te allerdings nur mehr in geringem Ausmaß, ist die des Stalles,besonders des Kleinviehstalles. Diese Funktion tritt besondersbei Kleinwirtschaften, z. B. Winzerkeuschen auf( GA 33, SI 32, SIR7), kommt aber auch bei sehr großen Höfen vor, wie beim vulgoValti, St. Josef 3, wo unter dem 1802 datierten Mauerteil sechsKleinviehställe vorhanden sind, die früher für Hühner und Schwei-ne, ursprünglich wohl auch für Schafe oder Ziegen genutzt wurden.Heute dienen sie nur mehr als Hühnerstall oder stehen überhauptleer.
Besonders bei Winzerkeuschen wurden die Stallungen auch fürein oder zwei Kühe verwendet, wenn die Liegenschaft vom Hof, zudem sie ursprünglich gehörte, abgetrennt und zu einer eigenenKeuschlerwirtschaft umgewandelt wurde( z. B. WA 56).
Auch eine Schmiede konnte in einem aus der zweiten Hälfte des19. Jh. stammenden Keller nachgewiesen werden, doch kam die Un-terbringung einer Esse zumindest in Einzelfällen auch in älterenGebäuden vor.
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Weitere Funktionen, die bei der Nutzung der Keller vorkommen,sind Abstell- und Werkraum sowie in verstärktem Maße Raum fürtechnische Einrichtungen wie Wasserpumpen oder Heizungen.
1Vgl. a. J.R. Bünker, Köflach, S. 157-159; V.H. Pöttler, Groß- Schrotter, S. 12.2Vgl. a. V.H. Pöttler, Groß- Schrotter, S. 13.
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