6. DIE RAUMEINHEITEN UND IHRE FUNKTION
6.1. Die Stube
Kennzeichnend für die Stube im weitesten Sinn ist die Heiz-barkeit durch einen Ofen, die diese von der ungeheizten Kammerund den anders benannten herd- oder kaminbeheizten Räumen unter-scheidet. Dazu kommt als zweites bestimmendes Merkmal der Raum-abschluß durch eine Decke.2
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J. Hähnel, der die neueste ausführliche Untersuchung zur Wort-und Sachgeschichte der Stube verfaßte, ³ lehnt die von philologi-scher Seite vorgebrachte Ableitung des Wortes Stube von lat.* extufare( von tufus- túyos= Dampf) ab. Er bringt mit zahlreichenBelegen eine Herleitung des Wortes Stube als Raumbezeichnung ausdem Bedeutungsfeld Stube für Gefäß, Behältnis, das schließlichauf" Stube als Name für' Baumstamm' oder'-stumpf', dann als Nameder daraus gewonnenen Artefakte, wobei das Schwergewicht der Be-deutungsentwicklung auf dem Aushöhlen des Holzes liegt", zurück-
geht.
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Die lange zumindest großteils anerkannte Herleitung der Wohn-stube von der Badestube 5 wird seit der Arbeit Hähnels zumindeststark anzuzweifeln sein, denn die ältesten Quellenbelege für" Stube" sind weder als Badstube noch als Wohnstube zu bestimmen,wodurch die Annahme, daß die Badstube früher in den Quellen auf-
tritt, widerlegt ist. 6 Auch die von Hähnel vorgebrachte etymolo-
Joachim Hähnel, Stube. Wort- und sachgeschichtliche Beiträge zur historischenHausforschung.(= Schriften der Volkskundlichen Kommission des Landschaftsver-bandes Westfalen- Lippe 21), Münster i.W. 1975, S. 334 f.
2 Bruno Schier, Hauslandschaften und Kulturbewegungen im östlichen Mitteleuro-pa. Göttingen 19662, S. 258 f.
3J. Hähnel, Stube; vgl. dazu auch die Besprechungen von Konrad Bedal in: Rhei-
nisch- westfälische Zeitschrift für Volkskunde 22, 1976, S. 285-290 und OskarMoser in: ÖZV 78, 1975, S. 344-348.
4J. Hähnel, Stube, S. 356-417, bes. S. 412-417.
5 Vgl. z.B. Viktor von Geramb, Die Kulturgeschichte der Rauchstuben. Ein Bei-trag zur Hausforschung. In: Wörter und Sachen 9, 1924, S. 1-67 und BrunoSchier, Hauslandschaften, S. 258-261.
6J. Hähnel, Stube, S. 329.
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