6.6. Die Dachräume
Der Dachraum ist immer vom Flur aus über eine Stiege erreich-bar. Der Boden entspricht der in Kap. 4.5. besprochenen Oberseiteder Deckenkonstruktion und besteht daher aus Lehm, Brettern, Zie-geln oder Steinplatten und seit dem 20. Jh. immer öfter auch auseinem Zementestrich. Durch verschiedene Deckenkonstruktionen und/oder Bauphasen sind in den meisten Häusern verschiedene Böden undvor allem auch verschiedene Bodenniveaus zu finden. Dies giltteilweise auch für die in der zweiten Hälfte des 19. Jh. als Plan-typen errichteten, großen gemauerten Wohnhäuser( z. B. KO 65, 1882).Nur bei Gebäuden mit Blindböden ergibt sich auch unter Dach einebener Bretterfußboden.
Die häufigste Nutzung des Dachraumes ist die als Abstellraumfür nicht oder nur zeitweise verwendete Güter und Geräte. Danebendient und vor allem diente er auch als Speicherraum. Der Bodenwird teilweise als Schüttboden verwendet und muß in diesem Fallmöglichst glatt sein, was durch fein verstrichenen Lehm, durcheng gefügte Bretter oder auch durch einen Zementestrich erreichtwird. Vereinzelt wird durch eine zusätzliche Bretterlage über Kehl-balken oder Scherenbindern ein sogenannter" Hochboden" gebildet,der ebenfalls genutzt werden kann( z. B. SI 1 zum Trocknen der Kür-biskerne).
Daneben sind auch Getreidetruhen," Troadbarn"( PI 53), zu fin-den, die aber kaum mehr in Funktion sind. Eine Nutzung, die nochoft am Dachgerüst erkennbar, aber nur mehr selten vorzufinden ist( z. B. SJ 88), besteht im Aufhängen von Maiskolben an dafür an derInnenseite der Sparren angebrachten Latten. Ebenfalls noch häufiganzutreffen, aber nur mehr selten in Funktion ist der Fleisch-himmel, der zur vor Mäusen sicheren Aufbewahrung von Fleisch und
Würsten dient und besonders diente.1 Dazu gehört die teilweisegleichfalls im Dachgeschoß eingebaute Selchkammer, die aber-durch die Feuerverordnungen mitbedingt- wie die Speichereinrichtungenimmer mehr an Bedeutung verliert und durch Selchschränke ersetztwird. Die Änderung der Wirtschaftsweise führt hier dazu, daß ge-
Vgl. dazu J.R. Bünker, Köflach, S. 124, Abb. 5 u. S. 129.
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