6.3. Der Flur
Die Rauchstube stellt, entwicklungsgeschichtlich gesehen,ursprünglich den einzigen Raum der bäuerlichen Behausung dar, dererst nach und nach erweitert wird. O. Moser konnte für Unterkärn-ten anhand der Ehrungsbücher des Klosters St. Paul im Lavanttaldie Stube als alleinstehenden Raum sowie die Erweiterung nurdurch eine Vorlaube noch für die erste Hälfte des 16. Jh. nach-
weisen. 1
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Durch die Verbindung von Rauchstube und Flur entsteht nachHähnel ein" Flurhaus- Raumgefüge". 2 Die noch heute erkennbare An-lage der Unterkärntner Rauchstubenhäuser mit ihren zum Teiloffenen unregelmäßigen Flurräumen legen nach Moser das primäreVorhandensein eines traufseitigen Längsflurs und nicht eines gie-belseitigen Querflurs nahe. Im Gegensatz dazu reduzierte Gerambdas Rauchstubenhaus in seiner Grundform auf die Rauchstube miteiner giebelseitigen offenen Laube, womit er sich an die ArbeitenMeringers anschloß. 4 Auch Schier spricht primär von einer Giebel-laube, durch die die Verbindung von Wohnraum und Speicherraum be-5günstigt wurde. Er weist auch auf den von Dachler beobachtetenund von Rhamm und Geramb bestätigten Sachverhalt hin, daß das Ver-breitungsgebiet der Bezeichnung" Labm" für den Flur sich mit derVerbreitung des Rauchstubenhauses deckt und dem Wohnspeicherhaus-
gebiet angehört.6
10. Moser, Hausangaben, S. 220-231 u. 233; vgl. a. ders., Das Bauernhaus undseine landschaftliche und historische Entwicklung in Kärnten.(= KärntnerMuseumsschriften 56), Klagenfurt 1974, S. 84-87 mit weiterführender Litera-
tur.
2J. Hähnel, Stube, S. 400 f. und O. Moser, Hausangaben, S. 236.
30. Moser, Hausangaben, S. 237 f.
Av.
v. Geramb, Kulturgeschichte, S. 8.
5B. Schier, Hauslandschaften, S. 146-148.
6 Ebd., S. 149; zum Begriff" Labm", hochdt. Laube vgl. Heinrich Dittmaier,Die Läube. Eine sach- und bedeutungskundliche Untersuchung. In: ZfVK 53,1956/57, S. 260-295, bes. S. 279 f.; E. Kranzmayer, Hausflur, S. 65-69; A.Haberlandt, Taschenwörterbuch, S. 98 f.; K. Rhamm II/ 1, S. 853 überliefert" Labm" für die Gegend zwischen St. Pölten und Melk, NO," für den Gang un-ter dem etwa 80 cm weit vorspringenden Dache des Wohnhauses", was also derweststeirischen" Gredn" entsprechen müßte.
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