6.2. Die Küche
Durch die von der einstigen Rauchstube her bedingte großeBedeutung der Stube, die meist auch die Kochfunktion übernimmt,sind Verbreitung und Wichtigkeit der Küche im Gebiet von Stainzsekundär und relativ gering. Vor allem im Vergleich zum Verbrei-tungsgebiet des Küchenstubenhauses ist die Küche im Untersuchungs-gebiet wesentlich jünger und kommt in den bäuerlichen Bauten erstmit dem Biedermeier, und zwar zugleich mit der von offiziellerSeite geförderten Zunahme des Mauerbaues, auf.
Die charakteristische Einheit von Herd und Ofen, wie sie inder Rauchstube gegeben ist, geht durch die Einrichtung einerRauch- oder auch Sparherdküche in den meisten Fällen verloren.Während die Unterteilung der Rauchstube in Rauchküche und ver-kleinerte Stube an der Feuerstätte selbst nichts ändert, wirdbei der Verlegung der Kochfunktion in eine am Ende des Flurs lie-gende Rauchküche eine grundsätzliche bauliche und funktionaleTrennung des Kochens vom übrigen Wohnen vorgenommen. Diese Ent-wicklung setzt im Untersuchungsgebiet, wie schon erwähnt, vorallem ab 1820/30 mit der Zunahme des Mauerbaues und den verschärf-ten feuerpolizeilichen Bestimmungen ein. Teilweise ist bei Block-bauten die Küche der einzige gemauerte Raum( z. B. TR 29, Umbauwohl 1863).
In zwei Häusern hat sich die" Raachkuchl" noch erhalten, wennauch mit leichten Abstrichen. Das Haus vulgo Amreich( WA 11) istein dem Gefüge nach kurz vor der Entstehung des FK entstandenesGebäude in Gemischtbauweise, das zur Zeit als Wochenendhaus dient.Es wurde sekundär durch einen Quergiebel erweitert. Die Rauchkü-che ist allerdings insofern untypisch, als sie nicht die ganzeBreite des Flurs einnimmt, sondern( vom Hof aus) in der rechtenvorderen Ecke des sehr breiten Flurs liegt, sodaß die Durchgän-gigkeit erhalten bleibt. Auch die Küche ist durchgängig, sie kannvom Flur und auch von der Stube aus betreten werden. Der Raum istmit Steinen gepflastert und wird von einem verputzten, noch ruẞ-geschwärzten Tonnengewölbe aus Ziegeln abgeschlossen. Der Herd
1Vgl. J.R. Bünker, Köflach, S. 136 f., 140 f., 146-148, 149 f. und Kap. 6.1.
dieser Arbeit.
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