5.3. Der dreizonige Grundriß mit Erweiterungen
Während die Unterteilung des Grundrisses eine Änderung undteilweise eine Erweiterung der Funktionen im Inneren des Hausesbedingt, ohne an der Baukörperform sichtbar zu werden, lassen Zu-bauten schon von außen die Funktionsänderungen erkennen. Dabeisind drei Arten der Grundrißerweiterung zu unterscheiden:
- die giebelseitige Verlängerung
- die traufseitige, oft nur teilweise Verbreiterung und
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das Anfügen eines Raumes( selten mehrerer Räume) im rechtenWinkel zum ursprünglichen Baukörper.
Die giebelseitige Erweiterung kommt nur sehr selten( 7 Häuser)vor, meist handelt es sich dabei um die Addition eines zusätzli-chen Schlafraumes an den Hauptwohnraum oder auch an das Stübl. Ineinem Fall( SIR 8) wurde an einen alten, wohl aus dem 17. Jh.stammenden Mauerbau mit dreizonigem Grundriß, der auch im FK alsreiner Mauerbau ausgewiesen ist, 1850 eine Stube mit Kammer inBlockbau angebaut. Es dürfte sich dabei aber doch um einen Ein-zelfall handeln. Die anderen sechs Erweiterungen in Firstrichtungstammen aus dem 20. Jh.( s. Taf. 9/1).
Traufseitige Erweiterungen( s. Taf. 9/2, 3) stammen ebenfallsgroßteils aus dem 20. Jh. und umfassen hauptsächlich Sanitärein-heiten, da die Raumtiefe, die beim Abschleppen des Daches erreichtwerden kann, begrenzt ist. Teilweise werden aber auch kleinereSchlafräume oder Innenwirtschaftsräume² traufseitig angebaut, wo-
bei in Einzelfällen das Dach überhaupt entfernt und durch ein neu-es, breiteres ersetzt werden muß, um eine größere Raumtiefe zuerreichen( z. B. RO 20). Von der Grundrißstruktur her können soAnlagen entstehen, die denen der gemauerten, breitgiebeligenHäuser sehr ähnlich sind.
Die häufigste Art der Grundrißerweiterung ist ein Anbau imrechten Winkel zum Haupthaus, wobei der Dachfirst ebenfalls normalauf den des Haupthauses steht( s. Taf. 9/ 4-7). Er wird allgemein
1 StLA, FK 2146 Sierling, Indikationsskizze, BP 28.
2 Vgl. dazu Franz Koll, Bäuerliche Wohnhausbauten. Ein Leitfaden mit 168 Plä-nen und Zeichnungen für Verbesserungen, Um- und Neubauten. Graz 1969, S. 25.
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