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Das ländliche Wohnhaus im Gerichtsbezirk Stainz : eine Untersuchung historischer Hausformen in der Weststeiermark
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5. DIE HAUSANLAGEN( GRUNDRISSTYPEN)

Das Raumgefüge legt, wie schon oben erwähnt, das Verhältnisder Raumeinheiten in ihrer Lage zueinander fest. Diese Zuordnungbezieht sich sowohl auf die Horizontale als auch auf die Vertika-le. Da die Bedeutung der vertikalen Gliederung im Raumgefüge beimweststeirischen Haus als primär erdständigem Baukörper bis auf we-nige Ausnahmen eine untergeordnete Rolle spielt, soll bei der fol-genden Typologie vor allem auf die horizontale Lage der Räume zu-einander, also auf die Grundrißstruktur, eingegangen werden. Einevertikale Verschachtelung der Raumeinheiten tritt dort auf, wogeländebedingt die Unterkellerung bis ins Erdgeschoß reicht, so-daß meist das Stübl oder der Quergiebel mit dem Bodennivau etwashöher( bis zu 50 cm: SIA 8) zu liegen kommt als Stube und Flur.Es kann aber vereinzelt auch zwischen Flur und Stube ein Niveau-unterschied auftreten( z. B. SIR 3: Stube+20 cm; TR 36: Stube-20cm). Ein Beispiel für die verschiedenen Fußbodenniveaus im Wohn-geschoß ist das Haus vulgo Schneiderbauer( ET 8). Dort gibt esfolgende Fußbodenniveaus: Flur ± 0, Stube-10, Stübl+30, Quer-giebel+15 cm.

Bei Einzelfällen im Bergland ist der Keller nur etwa zur Hälf-te eingetieft, sodaß der darüberliegende Raum gewissermaßen alsHalbstock erscheint( z. B. TR 9, 33, SIR 3, 20), was formal, mög-licherweise auch entwicklungsgeschichtlich, eine Zwischenformzwischen ebenerdigem Keller mit darüberliegender Kammer( TR 16,s. Kap. 8.1.) und ebenerdiger Kammer mit Unterkellerung darstellt.Weiterreichende vertikale Zuordnungen treten auf Grund des Feh-lens eines Obergeschosses nicht auf.

K. Bedal weist auf die große Bedeutung des Grundrisses für dieHausforschung hin," sofern er nicht nur als' Figuration' von Räu-men, als grafisches Ornament betrachtet, sondern dabei nach den

Raumfunktionen und Raumbeziehungen gefragt wird." ² Der Grundriß

1 Joachim Hähnel, Zur Methodik der hauskundlichen Gefügeforschung. In: Rhei-

nisch- westfälische Zeitschrift für Volkskunde 16, 1969, S. 53.

2 Konrad Bedal, Historische Hausforschung. Eine Einführung in Arbeitsweise,Begriffe und Literatur.(= Beiträge zur Volkskultur in Nordwestdeutschland8), Münster i.W. 1978, S. 85.

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