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Das ländliche Wohnhaus im Gerichtsbezirk Stainz : eine Untersuchung historischer Hausformen in der Weststeiermark
Entstehung
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5.2. Der dreizonige Grundriß

Der dreizonige Grundriß kann am jeweiligen Bau primär sein,er kann aber auch aus einem zweizonigen Grundriß entstanden sein,indem ein Raum angefügt oder ein größerer Raum unterteilt wurde.Auch entwicklungsgeschichtlich ist an einen Übergang vom zwei-zum dreizonigen Grundriß durch den Anbau eines Raumes an die Kom-bination Rauchstube- Flur zu denken, wodurch sich der Typ des Mit-

telflurhauses ergibt.1

Häuser, die dem einfachen dreizonigen Grundrißschema ohne Un-terteilungen entsprechen, sind in den seltensten Fällen umge-baut, es handelt sich daher zu einem hohen Prozentsatz um Bautenwirtschaftlich schwacher oder alter Bewohner, um Wochenendhäuseroder leerstehende Bauwerke( s. Taf. 8/5).

Die Häuser dieser Kategorie weisen einen durchgehenden Mittel-flur auf, an dessen einer Seite die Stube, an der anderen einStübl oder eine Kammer angeschlossen ist. Nur bei einem Haus, dasvon zwei alten Frauen bewohnt wird, gibt es links und rechts ein" Sparherdzimmer", aber auch hier ist die alte Gliederung Stube-Flur Stübl/ Kammer noch erkennbar( NE 5).

Ein Teil der Häuser( 15 von 39) weist nur einen Eingang auf.Bei einigen von ihnen wurde der zweite Eingang vermauert, da erohnedies nie oder nur selten verwendet wurde. Bei der Verteilungder Raumfunktionen findet man bei dieser Variante mehr Variatio-nen als bei den Häusern mit durchgehendem Flur. Neben der übli-chen Gliederung Stube- Flur- Stübl/ Kammer kommt auch die Unter-bringung der Küche im Flur( allerdings erst in jüngster Zeit undohne Raumtrennung) vor.

Die Häuser mit dreizonigem untergliederten Grundriß stellenmit 168 Stück ein gutes Drittel, nämlich 35,3% des untersuchten

1 K. Rhamm nannte diese Grundrißform" Doppelhaus", der Begriff konnte sich,da er irreführend ist, aber nicht durchsetzen und ist inzwischen wieder ausder Literatur verschwunden. Karl Rhamm, Ethnographische Beiträge zur germa-nisch- slawischen Altertumskunde. Abt. II: Urzeitliche Bauernhöfe in germanisch-slawischem Waldgebiet. Teil 1: Altgermanische Bauernhöfe im Übergang vom Saalzu Fletz und Stube. Braunschweig 1908, S. 811; vgl. a. Bruno Schier, Haus-landschaften und Kulturbewegungen im östlichen Mitteleuropa. Göttingen 1966²,

S. 135-151.

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