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Das ländliche Wohnhaus im Gerichtsbezirk Stainz : eine Untersuchung historischer Hausformen in der Weststeiermark
Entstehung
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4.7. Die Fenster

Die Entwicklung des Fensters beginnt beim Blockbau beischlitzförmigen öffnungen, die aus einem oder aus zwei übereinan-derliegenden Balken ausgeschnitten sind. Diese Öffnungen dientenzur Belichtung des Raumes und zur Frischluftzufuhr, teilweise

auch zur Entrauchung. 1

Neben gotisierenden Formen, wie sie in Rückzugsgebieten zumTeil noch in jüngster Zeit zu finden sind, 2 sind einfache, an-nähernd quadratische Formen üblich. Diese quadratischen Fensterstellen auch im Untersuchungsgebiet die älteste noch nachweisbareFormenschicht dar. Sie messen ca. 23 x 20 cm( KO 51) bis 25 x28 cm( TR 16). Die Außenkanten dieser Fenster, die bereits alleaußer Funktion und daher durch Blockwerk geschlossen sind, sindstark abgeschrägt, um den Lichteinfall nicht mehr als nötig zubehindern( s. Taf. 2).

Diese kleinen Fenster waren ursprünglich nur durch hölzerneSchuber verschließbar und noch nicht verglast. Als Glasersatzkonnten unter Umständen Tierhäute oder Schweinsblasen dienen.Erst später wurden auch in diese kleinen Fenster schiebbare,

vierfach unterteilte Fensterflügel eingesetzt. 5

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Die nächste Stufe in der Entwicklung stellen quadratische oderleicht rechteckige Bohlenzargenfenster mit Rahmenverkleidung dar.6Sie sind durch gesteckte, einfache Eisengitter in Kreuzform gesi-

1 Vgl. B. Schier, Hauslandschaften, S. 123-129; H. Phleps, Blockbau, S. 224-227; V.H. Pöttler, Volksarchitektur, S. 50 f.; s. a. R. Weiss, Häuser, S. 146,der die geringe Bedeutung des Fensters für die Frischluftzufuhr noch im 20.Jh. schildert.

2 Vgl. 0. Moser, Hausangaben, S. 179.

3 Vgl. E. Lukas, Umadumhaus, S. 74.

4B. Schier, Hauslandschaften, S. 124.

5Vgl. dazu V.H. Pöttler, Groß- Schrotter, S. 33 und Abb. 8. Eine Darstellungeiner Stube mit kleinen Schiebefenstern ist in der Filialkirche Hirscheggan einem spätgotischen Fresko neben der Kanzel zu sehen. Für diesen Hin-weis möchte ich Herrn Mag. Bernd Mader, Graz, herzlich danken.

6Vgl. dazu H. Phleps, Blockbau, S. 224 u. 238; 0. Moser, Hausangaben, S. 167

u. 180.

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