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Das ländliche Wohnhaus im Gerichtsbezirk Stainz : eine Untersuchung historischer Hausformen in der Weststeiermark
Entstehung
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4.6. Die Türen

Die Türe ist als primäre Wandöffnung anzusehen, die dieFunktionen des Fensters ursprünglich mit einschließt.

Die einfachste und älteste Türkonstruktion im Untersuchungs-gebiet stellt die Wendebohlentür dar, die aber nur mehr in Ein-

zelfällen in Nebenräumen zu finden ist( z.B. TR 16, PI 61).² Beidieser Türkonstruktion greift die äußerste der senkrechten Boh-len des Türblattes mit zwei Zapfen in Vertiefungen oder Pfannenin Schwelle und Türsturz ein, sodaß keine Angel und somit keinEisen notwendig ist.

Beim von Phleps so genannten" bajuwarischen" Türgefüge werdendie Steher erst nach der Setzung der Wand eingesetzt und mit Fu-gen-, später auch mit Blattnägeln gesichert( SJ 88, s. Kap. 8.3.) ³

Schwelle und Türsturz werden von den durchgehenden, darunter- bzw.darüberliegenden Blockbalken gebildet. Bei diesen zwei Konstruk-tionen sind die Türflügel ursprünglich einfache Bohlentüren, beidenen die senkrechten Bohlen durch zwei waagrechte, eingelasseneoder aufgenagelte Gratleisten zusammengehalten werden, wobei derAnschlag durch Schwelle, Sturz und die beiden Steher gebildetwird( s. Taf. 13/2).

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Die Masse der Türen weist aber Futterzargen mit Blendleistenauf. Die Türstürze sind im Mauerbau meist gewölbt, während derSturz des Rahmens im allgemeinen gerade ausgeführt ist. Nur inAusnahmefällen besteht auch der Oberteil des Rahmens aus einemgebogen ausgeschnittenen Sturz( z. B. SJ 38). Die Türflügel sindmittels Türband und Kegel oder, besonders bei den Zimmertüren,auch durch neuere Beschläge ohne Türbänder in den Türstock ein-gehängt. Bereits die einfachen Brettertüren, die kaum mehr zufinden sind, können Verzierungen aufweisen. So ist der" Griff"einer Haustür in Trog( TR 36) durch einfache Kerbschnittfriese

1B. Schier, Hauslandschaften, S. 123; V.H. Pöttler, Volksarchitektur, S.49 f.; s. a. Helene Grünn, Volkskunst um Tür und Tor. Wien 1982, S. 7 f.,21-23 u.a.

2Vgl. dazu B. Schier, Hauslandschaften, S. 120 f.

3H. Phleps, Blockbau, S. 190, 193; V.H. Pöttler, Volksarchitektur, S. 50.4 Vgl. dazu Wasmuth 4, S. 567.

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