4.5. Die Decken
Bis zum Dach offene Räume, wie sie in Resten zumindest bisvor kurzer Zeit noch bei den" Laben" der Unterkärntner Rauchstu-benhäuser zu finden waren, kommen im Untersuchungsgebiet nichtmehr vor. Auch bei den ältesten noch bestehenden Wohnhäusern sindsämtliche Räume durch Decken nach oben abgeschlossen. Vom Materi-al her besteht der Großteil der Decken aus Holz in verschiedenenBearbeitungen, während Ziegel- und Steindecken beim Altbestandnur in Form von Gewölben vorkommen und auf gewisse in Mauerbauausgeführte Raumtypen beschränkt bleiben. Flachdecken, die nichtaus Holz gefertigt sind, werden durchwegs erst bei Umbauten im20. Jh. eingebaut. Die genaue Konstruktion vieler Decken ist durchBeschüttungen sowie Verputz oder Verschalung an der Unterseiteverdeckt, sodaẞ oft nur auf die Aussagen der Gewährsleute aufge-baut werden kann.
Die häufigste Deckenkonstruktion bei den Blockbauten ist dieBalkendecke. Sie besteht in der einfachsten Form aus einem querzum First laufenden Unterzugbalken und einer Lage stumpf gefüg-ter Bohlen oder Bretter, die mit Dübeln verbunden sein können.Als Material dienen Fichte und Lärche. Aus der Verdübelung leitet
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sich der Name" Dippeldecke" oder" Dippelboden" ab.2 Bünker über-liefert hierfür aus der Köflacher Gegend den Ausdruck" Stuck-pod'n", während mir neben Dippelboden auch noch" Tramdecke" alsBezeichnung genannt wurde. 4 Wenn die Decke nicht aus Bohlen, son-dern nur aus dünneren Brettern besteht, sind die Fugen oft durchvon unten angenagelte Leisten geschlossen. Diese Konstruktion istvor allem im Flur zu finden, tritt bei kleineren Bauten aber auch
10. Moser, Hausangaben, S. 155.
2 Vgl. dazu V.H. Pöttler, Groß- Schrotter, S. 17 u. 21; Theodor Unger- Fer-
dinand Khull, Steirischer Wortschatz. Graz 1903, S. 180.
3J.R. Bünker, Köflach, S. 125, 135, 138, 140, 144.
4 Franz Schauer, ET 49, war 43 Jahre lang im Baugewerbe tätig.
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