4.4. Die Böden
Im Gegensatz zu den Decken, die konstruktiv sehr eng mitWand und Dach verbunden sind, stellen die Böden eher eine Ver-kleidung des Untergrundes oder der darunterliegenden Decke darund sind daher leichter austauschbar, weshalb sich hier alte For-men seltener erhalten haben.
Lehmboden ist nur im Flur eines nicht mehr bewohnten Hauseszu finden, das jetzt teilweise als Hühnerstall dient( SJ 62),aber in einem Haus in Rachling war der Flur bis vor einigen Jah-ren nur teilweise mit Steinplatten ausgelegt, zum Teil bestander noch aus Erde( SIR 23). Beim Haus vulgo Steinbauer( SIR 48)gab es 1916 bei Ankauf des Hauses durch den Großvater des jetzi-gen Besitzers nur Erdböden; erst 1916 wurden Bretter- und Stein-
böden verlegt.1
Steinböden sind vor allem im Flur zu finden, aber auch im Be-reich der Feuerstätte der Stube, von wo sie allerdings in nochgrößerem Ausmaß entfernt wurden als vom Flur. Es kommen haupt-sächlich unregelmäßig gebrochene Platten vor, aber auch genaurechteckig behauene Platten sind an jüngeren Gebäuden zu finden,wie z. B. im 1848 errichteten Haus Ettendorf 12, einem Mauerbau,in dem der Flur mit etwa 150 x 250 cm großen Platten ausgelegtist.
Im Osten des Untersuchungsgebietes sind in Einzelfällen auchZiegelböden im Hausflur nachweisbar( z. B. TO 1, 55).
1vgl. dazu a. Karl Rhamm, Ethnographische Beiträge zur germanisch- slawischenAltertumskunde. Abt. II: Urzeitliche Bauernhöfe in germanisch- slawischemWaldgebiet. Teil 1: Altgermanische Bauernhöfe im Übergang vom Saal zu Fletzund Stube. Braunschweig 1908, S. 835, Anm. 1, der Berichte aus der Privat-sammlung Hohenbruck bringt, wonach Lehmböden im Bez. Deutsch- Leibnitz undim Gebiet von Oberradkersburg nur" in ganz alten Gebäuden" vorkommen, inArnfels, Bez. Deutschlandsberg, in den Gesindezimmern, die der Beschreibungnach Rauchstuben sein sollen, noch allgemein sind. Die Behauptung bei Dach-ler, wonach in den Waldgegenden die Fußböden aus Brettern, sonst aus Lehmsind, scheint durch die Beispiele von Erdböden in den Waldgegenden des Unter-suchungsgebietes zumindest teilweise widerlegt; A. Dachler, Bauernhaus, S.115. J.R. Bünker, Köflach erwähnt in seiner Arbeit, außer für Kellerräume,keine Lehmböden, sondern bringt nur mit Steinplatten ausgelegte und gediel-te Böden: z.B. S. 134 f., 136 f., 148; Geramb überliefert für die KG Trog( TR 48) die Bezeichnung" Stoanfletz" für den Steinboden beim Herd. Geramb-Nachlaẞ: Bauernhaus- Koralmgebiet%; nach O. Moser, Hausangaben, S. 172 sinddie Rauchstuben ursprünglich stets ungedielt.
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