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Das ländliche Wohnhaus im Gerichtsbezirk Stainz : eine Untersuchung historischer Hausformen in der Weststeiermark
Entstehung
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4.2. Die Keller

Der Keller hat als Wirtschaftsraum für die Vorrats-, teil-weise aber auch für die Tierhaltung große Bedeutung. Neben denKellern der Wohnhäuser waren besonders in den Obst- und Weinge-genden aber auch Kellerstöckln und Preẞhäuser üblich, die oftnur aus dem Keller und einem darüberliegenden Speicher- oderPreẞraum bestanden. Da sie aber durch geänderte Wirtschaftswei-sen immer weniger benötigt werden, verschwinden sie langsam ausder Landschaft. 1

Die Unterkellerung des gesamten Hauses ist im Untersuchungs-gebiet im Bereich östlich von Stainz die Ausnahme. Westlich vonStainz hingegen liegt die Zahl der ganz unterkellerten Bauwerkewesentlich höher. Das liegt einerseits daran, daß die Anlage vonKellern in den Berggebieten schon durch das Gelände gefördertwird, andererseits hängt es auch mit der hohen Zahl von Winzer-keuschen und Kellerstöckln in den Weingebieten zusammen. Dazukommt, daß Kellerstöckln und Winzerkeuschen in den ehemaligenWeingebieten von Tobisegg fast ausschließlich parallel zur Fall-linie stehen, wobei nur die Stube, nicht aber der Preẞraum unter-kellert ist, während in den westlichen Gebieten die Stellung par-allel zur Schichtlinie sehr häufig ist, die eine Unterkellerungdes gesamten Gebäudes erleichtert( s. Tab. 4 u. Abb. 33).

Die Keller sind immer so angelegt, daß auch im ebenen Gelän-de der oberste Teil als Mauersockel aus der Erde ragt. Der Zugangerfolgt immer von außen, besonders bei Bauten ab der Mitte des19. Jh. kann er zusätzlich auch von innen erfolgen, wobei dieKellerstiege unter der Dachbodenstiege zu liegen kommt. Die Lageder Eingangstür richtet sich nach dem Gelände. Bei Bauten, derenGiebel ins Tal weist, erfolgt der Zugang fast ausnahmslos durcheine giebelseitig gelegene Tür( z. B. TO 4), während bei hangpar-allelen Bauten der Zugang im allgemeinen traufseitig erfolgt( z. B. SI 22).

Die teilweise Unterkellerung spielt zahlenmäßig fast im ge-samten Untersuchungsgebiet die größte Rolle, nur in den flachenKG Ettendorf und Neurath steigt der Anteil der Gebäude ohne Un-

1 Vgl. dazu auch Elisabeth Tomasi, Historische Gehöftformen. In: ÖVA 6. Lfg./

1. Teil, Komm. zu Bl. 96-98, Wien 1977, S. 62 und 121.

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