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Das ländliche Wohnhaus im Gerichtsbezirk Stainz : eine Untersuchung historischer Hausformen in der Weststeiermark
Entstehung
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Die Stellung normal zur Straße ist vor allem für die fall-linienparallel stehenden Kleinformen der Weingegenden charakte-ristisch; sie tritt aber auch in geschlossenen Ortschaften mitschmalen Bauparzellen gehäuft auf, im Untersuchungsgebiet sinddas vor allem Unterrossegg( KG Rossegg) und Angenofen( KG Sier-ling). Aber auch hier wird die einheitliche Lage nicht so strengdurchgeführt wie in vielen Dörfern etwa des Grazer Feldes.

3.1.3. Die Lage im Hofverband

Wie die Hanglage ist auch die Lage des Wohnhauses inner-halb des Hofverbandes bei verschiedenen baulichen und damit auchfunktionellen Veränderungen mitentscheidend, weshalb sie hierkurz behandelt werden soll. 1

Bei den Streckhöfen der Kleinwirtschaften ist die Lage desWohnhauses durch den Zusammenbau von Wohn- und Wirtschaftsgebäudein Firstrichtung geregelt.

Bei den Paarhöfen ist die häufigste Grundform im Untersuchungs-gebiet die Parallelstellung von Wohnhaus und Stallscheune, dane-2ben kommen auch Hintereinanderstellung und Querstellung vor.Durch die häufige, teilweise sekundäre L- Form der Stallscheunensowie durch zusätzliche Wirtschaftsgebäude kommt es dabei oft zueinem" Einfangen" des Hofes und somit zu dem schon erwähnten An-satz zur Regelhofbildung, sodaß sich eine von Heckl als" Umbau-hof" bezeichnete Gehöftform ergibt.³

Der dem Hofraum zugewandte und damit bei straßenparalleler La-ge der Straße abgewandte Eingang des Wohnhauses wird bei der Ar-

1 Vgl. dazu die Kap. 1.2.6. und 2.1.2.

2 Vgl. a. Elisabeth Tomasi, Historische Gehöftformen. In: ÖVA 6. Lfg./1. Teil,

Komm. zu Bl. 96-98, Wien 1977, S. 84 f.

3 Rudolf Heckl, Oberösterreichische Baufibel. Salzburg 1949, S. 65; s.a. ArthurHaberlandt, Taschenwörterbuch der Volkskunde österreichs. Wien 1953, S. 154.Zum Einfangen des Hofes, allerdings auf Oberösterreich bezogen, vgl. RudolfHeckl, Der Vierkanter als baulicher Ausdruck bäuerlicher Hofgemeinschaft. In:Der Heimatgau 2, 1940/41, S. 10; Eduard Kriechbaum, Das Bauernhaus in Ober-österreich. Stuttgart 1933, S. 19 f.; Franz Lipp, Oberösterreichische Stuben.Linz 1966, S. 21.

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