2.3. Zusammenfassung
Die archivalischen und gedruckten Quellen, die Aufschlüsseüber das ländliche Bauwesen und Wohnen geben könnten, sind sehrweit gestreut, jedoch ist die Aussagekraft verschiedener Quellen-gattungen sehr unterschiedlich, aber auch innerhalb eines Quel-lenkomplexes( z. B. FK, Göthsche Serie) treten oft große Qualitäts-unterschiede auf.
Der FK, der als Hauptquelle für diese Arbeit diente, ist zwarzur Bestimmung von Flur-, Siedlungs- und Gehöftformen geeignet,auf Grund von verschiedenen Ungenauigkeiten sind aber die Angabenzum Wohnhaus oft sehr vage und nur im Einzelfall verwendbar. Einesystematische Auswertung von Herrschaftsarchiven( Verlassenschafts-inventare, Herrschaftsbeschreibungen) könnte ebenfalls weitere Er-gebnisse bringen, sie ist aber nur in einer eigenen Arbeit durch-führbar.
Der im Vergleich zu anderen Bundesländern geringe Bestand anälteren Bauplänen 1 erschwert ebenfalls die archivalische Hausfor-
schung.
Einige Aufschlüsse könnte noch die systematische Aufarbeitungvon Verordnungen zum Bauwesen im weitesten Sinne geben, wie sievon H. Koren' begonnen wurde. Die Verordnungen sind jedoch immernur Anhaltspunkte für Veränderungen, ohne daß daraus gleich aufeine konsequente Durchführung geschlossen werden darf. Schließ-lich könnten auch in Reisebeschreibungen und ähnlichen Werken nochvereinzelte Darstellungen zum Haus, besonders zu den Wohnverhält-nissen, zu finden sein, wie auch in Bildquellen, die aber meist3vereinfachte, oft nur sehr kleine Darstellungen bieten.
1 Vgl. z.B. Alexander Jalkotzy, Der Vierkanthof im Florianer Land. Eine Un-
tersuchung im nördlichen Traunviertel Oberösterreichs. Phil. Diss. Univ. Graz1984, Kap. 4.6.
2 H. Koren, Vorstufen, S. 43-62.
3 Vgl. z.B. Georg Matthaeus Vischer, Topographia Ducatus Stiriae 1681. Nach-
druck Graz 1975.
77