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Das ländliche Wohnhaus im Gerichtsbezirk Stainz : eine Untersuchung historischer Hausformen in der Weststeiermark
Entstehung
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2. ARCHIVALISCHE UND GEDRUCKTE QUELLEN

2.1. Der Franziszeische Kataster

Mit kaiserlichem Patent vom 23.12.1817 wurde die Neuaufnah-me der Boden- und Ertragsverhältnisse in den deutschen, slawischenund italienischen Provinzen der österreichisch- ungarischen Monar-chie festgelegt, die in mehreren Arbeitsgängen eine Vielzahl vonKarten, Protokollen und Operaten lieferte. 1 In der Steiermark ist

allerdings ein Teil des Materials, und zwar der für wirtschafts-geschichtliche Fragen wichtigere, verschollen, sodaß nur die Map-pen, die Indikationsskizzen und die Parzellenprotokolle vorhandensind sowie Unterlagen zu späteren Änderungen. Außerdem fehlt imUntersuchungsgebiet, das 1823 kartiert wurde, der Kataster fürdie KG Neurath, sodaß hier nur die Riedkarte verwendet werdenkonnte.

Wichtigste Quelle für die Entwicklung des Wohnhauses ist dieIndikationsskizze, die neben Flurformen und Kulturgattungen dieGebäudeumrisse sowie das Baumaterial zeigt. Durch eine Verzette-lung sämtlicher Bauparzellen mit Wohnhäusern und der dazugehöri-gen Angaben konnte diese Aufnahme im Einzelfall einen Anhaltspunktfür Datierungen von Häusern oder Hausteilen geben.

Eine statistische Auswertung der Grundrißformen der Wohnhäu-ser zur Zeit der Aufnahme des FK war jedoch nicht möglich, dameist sämtliche Gebäude eines Gehöftes unter einer Bauparzellen-nummer zusammengefaßt sind. Die Regelung, daß bei Wohnhäusern dieHauskante mit dem Haupteingang dick ausgezogen wird, ³ wurde inder Praxis anscheinend nicht durchgehalten, da in den aufgenomme-nen KG im allgemeinen alle Gebäude an der Haupteingangsseite eine

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1 Roman Sandgruber, Der Franziszeische Kataster als Quelle für die Wirtschafts-geschichte und historische Volkskunde. In: Mitteilungen des Niederösterrei-chischen Landesarchives 3, 1979, S. 21 mit weiterer Literatur; vgl. bes. Ro-bert Messner, Der Franziszeische Grundsteuerkataster. Ein Überblick über sei-nen Werdegang und sein Wirken. In: Jahrbuch des Vereines für Geschichte derStadt Wien 29, 1973, S. 115-141.

2R. Sandgruber, Kataster, S. 25.

3 Franz Allmer, Der Stabile Kataster in der Steiermark. In: Mitteilungen desSteiermärkischen Landesarchivs 26, 1976, S. 90.

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