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Das ländliche Wohnhaus im Gerichtsbezirk Stainz : eine Untersuchung historischer Hausformen in der Weststeiermark
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gewohnheiten fällt auf, daß hier immerhin Heu oder ähnliches alsUnterlage genannt wird, während der etwa 60 Jahre später geschrie-bene Bericht in der Göthschen Serie( s. Kap. 2.2.1.) nur vomSchlafen auf den bloßen Holzbänken berichtet. Hier dürften aberneben den anzunehmenden Verallgemeinerungen der Berichterstatterauch regionale Unterschiede bestanden haben.

2.2.3. Plänesammlungen

Genauere Ergebnisse bezüglich Grund- und Aufriß wären durchalte Baupläne zu erhalten, doch ist auch hier die Quellenlageäußerst ungünstig.

Im Steiermärkischen Landesarchiv sind nur Pläne von öffentli-chen Bauten vorhanden, nur vereinzelt solche von Privatbauten und1dann nur solche von in Graz gelegenen.-

Im zuständigen Baubezirksamt wurden die älteren Aktenbestände,die unter Umständen Einreichpläne für den Umbau von Wohnhäusern

enthalten hätten können, bereits skartiert. 2 Auch bei den Gemein-

deämtern konnten in dieser Richtung keine positiven Ergebnisse er-zielt werden.

Die Hausbesitzer selbst haben, außer bei neueren Umbauten, kaumPläne ihrer Häuser, nur in drei Fällen konnten mir Pläne aus demspäten 19. Jh. gezeigt werden. Während diese in zwei Fällen denjetzigen Baubestand bestätigen, zeigt der dritte Plan, daß auchbei Baumeisterplänen für den Neubau eines Hauses nicht auf einenVergleich mit dem tatsächlichen Baubestand verzichtet werden kann,um Fehlinterpretationen zu vermeiden. So zeigt der von BaumeisterJohann Ninaus aus Premstätten 1874 gefertigte Bauplan für dasWohnhaus in St. Josef 4 eine für das Untersuchungsgebiet völligunübliche Dachstuhlkonstruktion mit Kniestockbildung, die aberauch in diesem Fall nicht angewendet, sondern durch ein Stichbal-kendach ersetzt wurde( s. Taf. 1). Dieses Beispiel zeigt, daß

1 StLA, Verzeichnis der Pläne.

2 Mitteilung von Reg.- Baurat Dipl.- Ing. Hermann Leitzinger, Baubezirkslei-tung für die Politischen Bezirke Deutschlandsberg und Leibnitz.

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