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Kleidung - Mode - Tracht : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1986 in Lienz
(Osttirol)
Entstehung
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SCHLUSSDISKUSSION

Protokoll: Ingo Schneider

Die Schlußdiskussion bezog sich in weiten Teilen auf die zentralenFragen der Abgrenzung und Neuorientierung der Trachten- bzw.Kleidungsforschung, der Präzisierung der Begriffe und der zukünf-tigen Forschungsaufgaben. Dabei standen sich mehr oder wenigerzwei Parteien gegenüber: Trachtenpfleger und-erneuerer trafen aufVertreter der wissenschaftlichen Volkskunde, die für eine umfassen-dere Kleidungsforschung eintraten.

Als Einstieg in die Diskussion berichteten E. Hörandner, Chr. Burck-hardt- Seebass und B. Kerkhoff- Hader in resümierenden Kurzstate-ments über ihre ersten Eindrücke, über wichtig erscheinende Aspek-te der Tagung.

In der folgenden allgemeinen Debatte wurde zunächst die von E.Hörandner vorgeschlagene Untersuchung der Indikatorfunktion derTrachtenbewegung aufgegriffen. Wichtige Grundlage für die For-schung auf diesem Gebiet wäre eine umfassende museale Dokumen-tation der erneuerten Trachten, sowohl im gesamtösterreichischenMuseum in Wien als auch in den Landesmuseen. Dazu müsse manmit den entsprechenden Stellen( Heimatwerk, Vereine, Verbände)in Kontakt treten( K. Beit!).

Am Beginn der Diskussion über die Abgrenzung und Klärung der Be-griffe stand der Vorschlag zu einem gesamtösterreichischen Projektzur Inventarisierung von Votivbildern als Quellengrundlage geradeauch für die obgenannte Fragen( K. Beitl). Soll man etwabei Darstellungen auf Votivbildern im 18. Jh. und vorher vonTracht oder Kleidung sprechen?- Tracht als reflektiertes Kleid,als eine durch bestimmte äußere Kriterien festgelegte Gattunginnerhalb des breiten Spektrums der Kleidung beginne im wesent-lichen erst mit dem 19. Jh.( F. Grieshofer). Auf den Votivtafelninteressiere aber alles, was die Leute anhaben, nicht bloß dieTracht( W. Brückner).

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