FORSCHUNGSSITUATION UND QUELLENERSCHLIESSUNG
Von Bärbel
Kerkhoff- Hader
Den vielseitigen Ertrag dieser Tagung in wenigen Sätzen zusammen-zufassen, wird auch mir nicht möglich sein. Deshalb greife ich wiemeine beiden Vorrednerinnen einige Aspekte heraus. Sie betreffendie Forschungssituation und die Quellenerschließung.
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Beginnen möchte ich mit einer persönlichen Bemerkung. Zu denGästen dieser österreichischen Volkskundetagung zählend, schien mirdas Thema" Kleidung Mode Tracht" zunächst weit angelegt. Inden Referaten und Diskussionsbeiträgen aber fand bis auf wenigeAusnahmen eine starke Konzentration auf den Bereich" Tracht"statt. Das habe ich begreifen gelernt als eine spezifisch österrei-chische Situation, sowohl als Teil wissenschaftlicher Fragestellung alsauch als gegenwärtiges, gesellschaftspolitsches Element- und das,wie mir scheint, in einer vielschichtigen Verschränkung. Hier könn-ten m. E. auf empirischer Grundlage aufschlußreiche Untersuchungenzum Kleidungsverhalten einsetzen. Auf diesen Gedanken gegenwarts-bezogener Feldforschung komme ich noch zurück.
In der Aufarbeitung der Tracht als historische Kleidungsform ist je-doch die Erschließung von Schrift- und Bildquellen neben der Bear-beitung von eventuell vorhandenen Sachzeugnissen ein zentrales Pro-blem. In den Referaten von Klaus Beitl und Maria Kundegraberstand mit unterschiedlichen Frageansätzen und methodischenSchwerpunkten die Aussagefähigkeit von Bildquellen für die Trach-tenforschung im Mittelpunkt, während das Referat von Lois Ebnerebenso eindrucksvoll zeigte, wie die Auswertung von Schriftquellenunsere Vorstellungen von Kleidungsgewohnheiten in der Vergangen-heit konkretisiert und auch korrigiert.
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Bei einer systematischen Erschließung von Schrift- und Bildquellenauf breiter Basis wird sich das schon jetzt abzeichnende Ergebnisweiter verdeutlichen: Tracht ist als eine Form von Kleidung zusehen. Theoretische Konzepte und Ansätze, wie sie auf dieser Ta-
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