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Kleidung - Mode - Tracht : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1986 in Lienz
(Osttirol)
Entstehung
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FÜR EINEN PRÄZISEN UMGANG MIT DEN BEGRIFFEN

Von Christine

Burckhardt- Seebass

Es ist bemerkenswert, daß die Tagungsbeiträge, die sich mit derZeichenhaftigkeit von Kleidung befaßten, nicht mit den Trachten,sondern mit Formen alltäglicher Kleidung operierten, obwohl der" Code", die" sprachlichen Elemente" und ihre Bedeutung oder Mit-teilung sich doch leichter bei den verfestigten Kleidungsformen er-schließen lassen und auch eher einmal explizit sind. Das von RolandGirtler angeführte Beispiel, daß der Vagabund die Erklärung fürseinen zeichenhaften Kleidgebrauch( das Umbinden einer Krawattevor der Polizei) gleich mitliefert, ist doch die Ausnahme. Die vomReferenten herangezogenen Bereiche, die Kleidungsgewohnheiten vonVagabunden und Zuhältern, waren auch deshalb so aufschlußreich,weil in ihnen Gestaltungen ex negativo und durch Umkehrung be-stehender Normen greifbar wurden.

Als interessant und fruchtbar möchte ich den Aufsatz von ElisabethKatschnig- Fasch werten. Nach ihren vorwiegend sprachlichen Beob-achtungen in der Art Roland Barthes' ist Kleidung nicht nur daswichtigste und sichtbarste Medium zur Verdeutlichung des Ge-schlechts, sondern sie spiegelt auch die Qualität der Beziehungzwischen den Geschlechtern, die hierarchische Struktur des Ver-hältnisses Mann Frau in unserer Kultur wider. Dieser Aspektkönnte und sollte auch an den Trachten im engen( Brücknerschen)Sinn untersucht werden, die ja deutlich frauen- oder zumindestpaar- zentriert( Lipp) waren, was eigentlich schon lange nach einerideologiekritischen Betrachtung ruft. Der Katschnigsche Ansatz wäreaber auch auf andere soziale Differenzierungen und Rollenmusterübertragbar, etwa auf die Altersspezifik von Kleidung. Edith Hörand-ner hat in ihrem Referat eine Reihe von Forschungsfragen in die-ser Richtung formuliert. An slovenischem Material hat Angelos Bašdie Rolle der Kleidung für die Gestaltung und Verdeutlichung poli-tischer Ideen herausgearbeitet, das Kreieren politischer Emblemeebenso wie die Neuverwendung von Bestehendem, den Übergang voneiner Bedeutungssphäre( Kirche) in eine andere( Partei) und die

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