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Kleidung - Mode - Tracht : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1986 in Lienz
(Osttirol)
Entstehung
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neben den ursprünglich selbst hergestellten groben Stoffen auch fei-nere Gewebe und allerlei Verzierungen, besonders bei den Festtags-kleidern, verwendet. Der Drang zur Nachahmung der höheren Stände,aber auch die periodische Auswanderung der männlichen, bäuer-lichen Bevölkerung ins Ausland, aus dem sie neben Geld auch neueModen und Lebensanschauungen nach Hause brachten, wirkten sichauf die Entwicklung der Kleidung aus.

Tirol, das an bedeutenden mitteleuropäischen Handelswegen lag undliegt, machte diese Entwicklung auf engem Raum mit. Die verschie-dene Lage, die wirtschaftlichen Möglichkeiten, ein längeres Fest-halten an alten Formen in der einen, eine größere Aufgeschlossen-heit gegenüber Neuerungen in einer anderen Talschaft führten zuungleichen Entwicklungen in den einzelnen Tiroler Tälern.

Lassen Sie mich in der Kleidungsgeschichte zurückgehen.

Die allgemeine Kleidung im Frühmittelalter- von einer besonderenBauerntracht kann zu dieser Zeit noch nicht gesprochen werdenbestand vor allem aus drei Hauptbekleidungsstücken: einem Leib-rock, einer Lendenbekleidung und einem Mantel.

Die Männer trugen im allgemeinen einen aus Wolltuch oder Lein-wand gefertigten Rock mit langen Ärmeln, eine durch einen Gürtelfestgehaltene Hose und dazu einen Mantel, der in unserer Gegendaus Loden hergestellt war.

Die Frauen trugen längere, bis zu den Knöcheln reichende und inFalten fallende Röcke, die durch einen Gürtel zusammengehaltenwurden. Die Veränderung der Kleidung im Hochmittelalter betrafdie ritterlich- höfische Oberschicht und das aufkommende Bürger-tum in den Städten, ließ aber die bäuerliche Bevölkerung unberührt.Die Kleidung der Bauern war, im Gegensatz zu den ab dem 13.Jahrhundert bunter werdenden Kleidern der Oberschicht, unauffällig,in grauer oder dunkler Farbe gehalten oder hatte die natürlicheFarbe der Leinwand. Die Stoffe wurden zunächst selbst hergestellt:Tuche aus Schafwolle der eigenen Schafe und Leinwand aus demFlachs des eigenen Anbaues. Das Spinnen und Färben besorgten dieFrauen im bäuerlichen Haushalt selbst, ebenso das Weben, dasspäter oft von Berufswebern, die ins Haus kamen( Störweber) durch-geführt wurde. Die Herstellung von Loden bezeugen die Lodenab-gaben von Bauerngütern, wie sie bereits in den ältesten Tiroler Ur-baren des 13. Jahrhunderts angeführt werden.

Bildliche Darstellungen aus dem Mittelalter sind rar. Die frühenMaler haben über das Gesichtsfeld des städtischen Lebens nur sel-

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