KLEIDUNG UND TRACHT IN OSTTIROL
IM SPIEGEL ARCHIVALISCHER QUELLEN
Von Lois Ebner
Wenngleich nicht vordergründig, so doch eingangs klärenswertscheint die Frage um die vorgegebene Themenwahl. Die aufgewor-fene, streng auf Osttirol begrenzte Problematik ist bislang wederin Fachgesprächen erörtert noch wissenschaftlich abgehandelt wor-den. Gleichwohl stellt sich der volkskundlichen Forschung die Not-wendigkeit, historischen Phänomenen dieser Art nachzuspüren, um ausden gewonnenen Erkenntnissen ein möglichst umfang- und nuancen-reiches Bild zum Beobachtungsgegenstand" Kleidung- Tracht- Mode"zeichnen zu können. Freilich müßten in dieses auch Ergebnisse ausdem Studium von Bilddokumenten der hohen wie volkstümlich- nai-ven Kunst, für die wir in unserem Raum ebenso brauchbare Zeug-nisse( 1) besitzen, einfließen, ohne dabei den Stellenwert poli-tischer, religiöser, sozial- und wirtschaftsgeschichtlicher Zusam-menhänge und Entwicklungsvorgänge außerachtzulassen. Eine der-artige Aspektvielfalt restlos befriedigend aufzuarbeiten, ist jedochweder Absicht noch Raum( 2). Das will heißen, daß hier haupt-sächlich Quellenmaterial mit direktem Bezug zu Kleidung undTracht untersucht und ausgewertet, dagegen solches mittelbarenInformationsgehaltes nur zur Stützung getroffener Aussagen heran-gezogen wurde.
Ersteres umfaßt im wesentlichen die Zeit des 17. und 18. Jahr-hunderts, mit merklichen Abstrichen die des 16. Jahrhunderts undist in folgenden Dokumenten greifbar: In Verfachbüchern, d. s.amtlich geführte Aufschreibbücher über verschiedenste zivileRechtsgeschäfte und Dienstbarkeiten der Untertanen, in höheren-orts erlassenen Kleiderverordnungen oder entsprechenden Noten-wechseln zwischen oberen und unteren Verwaltungsinstanzen, inHerrschafts- und Gerichtsbeschreibungen für steuertechnische oderstatistische Zwecke, in Gerichts- bzw. Prozeßakten und Fahndungs-befehlen, in Ehekontrakten, Ablebens- und Nachlaßprotokollen mit
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