ANRISSE EINER NEUEREN KLEIDUNGSGESCHICHTE
AM BEISPIEL WIENS
Von Edith
Weinlich
Zum Stand der Forschung und Ansatz
Am Wiener Institut für Volkskunde wird soeben ein kleines Projektzur" Volkskundlichen Museologie" begonnen- von Helmut Paul Fiel-hauer initiiert und von der Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wiengefördert.
Seinen Anstoß hatte und hat dieses Projekt in einem fiktiven odervielleicht doch einmal Wirklichkeit werdenden Museum der Alltags-kultur der Großstadt. Dabei zeigte sich, daß zur Suche nach und fürdas Sammeln von für den Alltag repräsentativen Gütern( auf demFlohmarkt, bei Altwarenhändlern, bei Verlassenschaften u.a.), ge-wisse Kenntnisse Voraussetzung sind, um die entsprechenden Objektez. T. überhaupt identifizieren bzw. um sie zeitlich, räumlich und so-zial zuordnen zu können.
Gerade der letzte Punkt, die soziale Zuordnung, stellt eine besondersheikle Frage dar; mit einer einfachen Differenzierung wie etwa nachArbeiter- oder Handwerkermilieu, Kleinbürgertum oder Großbürger-tum wird wohl nicht auszukommen sein. Hier spielen Herkunft, Ver-wandtschaft, Tradition, Beziehungen, Arbeitsplatz, Zufälle und nichtzuletzt die spezielle Persönlichkeit eine gewisse Rolle.
Im Rahmen des genannten Projekts soll als Ziel quasi ein" Hand-buch" für die, wie es Helmut Ottenjann genannt hat," kulturanthro-pologischen Kardinalthemen Nahrung, Wohnung und Kleidung"( 1) er-arbeitet werden; wobei die Nahrungsforschung am weitesten gedie-hen zu sein scheint. Das mag, so vermute ich, unter anderem ander" reinen", appetitlichen Sinnlichkeit des Gegenstandes liegen. Ge-wand hingegen wird schmutzig, unansehnlich, abstoßend. Dies trifftzumindest den größeren und billigeren Teil von Kleidung, besonders
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