Nach dem Gesagten sind aber weiße Schürzen nicht" unsteirisch";sie wurden vielmehr von den blauen und andersfarbigen Schürzenimmer mehr zurückgedrängt. Beigetragen mag auch haben, daß diebäuerliche Bevölkerung seit dem 19. Jahrhundert sich in verstärk-tem Ausmaß der Arbeit ländlicher Handwerker bediente, im kon-kreten Fall der Arbeit des Blaufärbers. Denn Färben und Bedruk-ken der Leinwand war Handwerkerarbeit. Der am Feld angebauteLein wurde im Haus versponnen, im Bauernhaus wurden Wolle undLeinengarn vom Störweber, manchmal auch von einem des Webenskundigen Hausgenossen verarbeitet. Es war naheliegend, im Zeichender Sparsamkeit für Alltags- und Arbeitskleidung das ungefärbteNaturprodukt zu verwenden. Weiße Schürzen waren also auch vonder Wirtschaftlichkeit her das Selbstverständliche; auch daraus istihre weite Verbreitung erklärlich. Darüber hinaus war die Schürzean sich zu einem unabdingbaren Kleidungsstück der weiblichenländlichen und der landbürgerlichen Bevölkerung geworden.
Anmerkungen
Holaubek- Lawatsch,
Alte Volkskunst. Stei-
1. Gundlrische Trachten. Graz- Stuttgart 1983.- S. 29.
-
wur-
Vgl.
2. Besonders eindrucksvolle Beispiele von Originalgewändernden in Nordeuropa und bei den Grönlandwikingern gefunden.Die Moorfunde von Kragelund in Dänemark, vom Bokstenmoor inSüdschweden und aus Herjolfsnes in Grönland.- Albert Sand-klef, Om den nedpalade döde i sägen och fynd. In: Folkminnenoch folktankar XXIV. Göteborg 1937, S. 72-87; Adalbert Sand-klef, The Boksten find. A man with stakes through his bodyin mediaeval clothing. A bog find in Hålland, Sweden. In: Actaethnologica II, 1937, S. 1-64%; Paul Nørlund, Buried Nor-semen at Herjolfsnes. An Archaeological and Historical Study. In:Meddedelser om Grønland XVII/ 1. Kopenhagen, 1924.
3. Z. B. im Plivatal nördlich von Banja Luka 1965. Vgl. Miroslav V.Draškić, Narodne nošnje severozapadne Bosne 1. Banja Luka1962. S. 35, Abb.
4. Vier Gewänder aus Labin und Čepić in Istrien im Österreichi-schen Museum für Volkskunde. Marija Makarovič, Slo-venska ljudska noša v 19. in 20. stoletju. Ljubljana, 1971. Farbtaf.XXXVIII, XLVI; Adolf Hauffen, Die deutsche Sprachinsel
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