ZUR SOZIALEN UND POLITISCHEN FUNKTION DER KLEIDUNGIM SLOWENIEN DES VORMÄRZ UND DER REVOLUTION 1848
Von Angelos B a š
1.
Der Schriftsteller Janez Trdina brachte für die 30er und 40er Jahredes 19. Jahrhunderts zu Papier, daß in Mengeš" die festliche Klei-dung(*)... der einzige bäuerliche Prachtaufwand ist"( 1). Wenn wirdiese Ansicht generalisieren, da H. G. Hoff 1808 meinte," der Krai-ner auf dem Lande hält sehr viel" auf seine festliche Kleidung( 2),so stellt sich die Frage, warum damals das Festgewand der slowe-nischen bäuerlichen Bevölkerung das Charakteristikum aufwies, dasdie genannten Schriftsteller anführten. Die Antwort auf die ge-stellte Frage können wir bei Trdina finden, der erzählt, daß dieBauern die geschilderte festliche Kleidung" mehr zu Gottes Eh-ren als zu eigener Freude" anfertigen lassen( 3); die Antwortist jedoch nicht genau.
Die Grundursache dafür, daß das Festgewand bei den Bauern so be-schaffen war, wie wir es erwähnen, lag jedenfalls im dritten GebotGottes(" Du sollst den Tag des Herrn heiligen"), das die Sonn- undFeiertage über die Werktage erhob, im besonderen durch die Messe(" Gottesdienst") und die Teilnahme daran. Daraus entstand derBrauch, daß man zur Messe, d. h. zur" höchsten" Beschäftigung inder Woche, die beste Kleidung anzuziehen hatte( auf slowenisch:das" Messekleid"," Messegewand")( 4);" man soll nach der Klei-dung den Feiertag vom Werktag unterscheiden"( 5). Solches Ver-halten wurde durch folgendes ergänzt.
Nach der Regel, nach der diejenigen Gruppen, die in der Gesell-schaft nach oben streben," dies noch am ehesten auf den Gebieten,die der Mode unterworfen sind( können), weil diese am meistenäußerlicher Nachahmung zugänglich sind"( 6),- in dem behandeltenZeitraum ist da an erster Stelle die Kleidermode zu nennen-, nach
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