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Kleidung - Mode - Tracht : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1986 in Lienz
(Osttirol)
Entstehung
Seite
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GEDANKEN ZUR KLEIDERFORSCHUNG

BEI DER ERSTELLUNG EINER ÖSTERREICHISCHEN

TEXTIL- UND TRACHTENBIBLIOGRAPHIE

Von Margot

Schindler

Mit dem Thema" Kleidung Mode Tracht" liegt die Österrei-chische Volkskundetagung 1986 zweifellos im Trend, in einem wis-senschaftlichen Trend, der aus Gründen, die noch zu untersuchensein werden, bestimmte Fragestellungen und Themenbereiche zu be-stimmten Zeiten in den Blickpunkt treten läßt. Denn es kann keinpurer Zufall sein, daß sich in den letzten Jahren Publikationen zumKleider- Thema häufen, ein lange schon ausständiges Buch als Über-schau über Geschichte und Gegenwart der Tracht in Österreich er-scheint( 1), Trachtenmappen neu aufgelegt werden( 2), und dieKleidung unter verschiedenen Aspekten zum zentralen Gegenstandvon Ausstellungen gemacht wird( 3). Als besonders signifikantes In-diz scheint mir die Thematisierung zweier internationaler Tagungeninnerhalb etwas mehr als eines Jahres durch die Schlagworte" Mo-de" und" Tracht". Das Ende Februar 1985 im Museumsdorf Cloppen-burg veranstaltete Symposion" Mode, Tracht, Regionale Identität"bot einen repräsentativen Querschnitt heutiger historischer Kleider-forschung und ist gewiß als Spiegel des rezenten Forschungsstandeszum Thema, vornehmlich der Bundesrepublik Deutschland, zu werten,wenn dies auch der Veranstalter der Tagung, Helmut Ottenjann, inseiner Einführung zu dem stattlichen Tagungsband, unter dem Hin-weis auf das Fehlen bedeutender Kleiderforscher bei der Veranstal-tung bescheiden zurückweist( 4). Neue Akzente wurden in Cloppen-burg formuliert, bzw. alte Akzente, deren Forderungen sich in derFachliteratur seit Jahrzehnten zurückverfolgen lassen, deren Durch-setzung bis heute jedoch auf seltsame magische Widerstände zustoßen scheint. Die heftige Faszination des Pittoresken und Male-rischen der sogenannten Volkstrachten scheint die wissenschaftlicheSicht auf die Kleidungsgewohnheiten der gesamten Bevölkerung, diesich im großen und ganzen von der Tracht als Alltagskleid längstentfernt hat, nach wie vor zu erschweren. Die von Hermann Bausingerin anderem Zusammenhang einmal vom Volkskundler geforder-

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