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Kleidung - Mode - Tracht : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1986 in Lienz
(Osttirol)
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TRACHTENMODE, MODETRACHTEN UND MODISCHESTRÖMUNGEN INNERHALB LEBENDIGER TRACHT*

Von Franz C. Lipp

* Zu Beginn seines Vortrages erläuterte F. C. Lipp seine Auffassungen vonKleidung, Tracht und Mode, wobei er für sein Verständnis der Tracht denregionalen Charakter der Kleidung in den Vordergrund stellte." Mode ist für ihn die Art und Weise, den technischen, materiellen Fort-schritt in der Kleidung jeweils abzuwandeln." Nicht zuletzt seien aber auchZeitgeist und Stil, wie überhaupt das künstlerische Moment für die Ab-wandlungen haftbar zu machen.- Die vorliegende Fassung wurde gegenüberdem Vortrag vom Autor geringfügig gekürzt.

Was ist nun die Trachtenmode?

Hier muß der bekannte geistige Aspekt der Kleidung angepeilt wer-den. Zu den stilbildenden Elementen gehören Politik ebenso wie dieherrschende Philosophie und die damit verbundene Ideologie. Ich ver-weise auf den Einfluß der französischen Revolution auf die Mode,auf die bald danach einsetzende Umwandlung des auslaufenden Stilesvon Louis Seize und seines Spätrokoko in das bewußt proletarisierteAussehen von Bürgern mit gestreiften Pantalons( anstelle der bisdahin üblichen culotte) und weiblichen Barrikadenstürmerinnen inlose fallenden Hemdkleidern und vom Korsett befreiten Brüsten,wallendem Haupthaar anstelle der bis dahin von der Mode diktiertenTurmfrisuren des Hofes und der bürgerlichen Salons. Der Einflußder Philosophie Rousseaus( 1712- 1778) und der nachfolgenden Ro-mantik auf die Mode sei nur mit dem Begriff" altdeutscher" Na-tionalkostüm- Romantik angedeutet. So reizvoll es wäre, das Radder Geschichte im Spiegel der aufeinanderfolgenden Moden zudrehen und auf die möglichen Ursachen der Veränderung hinzu-weisen, so sehr würde es die Tatsache der ideologischen Mitbe-stimmung des modischen Wechselspieles unterstreichen.

Eines der Kinder solcher ideologiebedingten Wechselspiele ist die

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