NACHWORT
,, Nicht darin, was die Katakombenbilder dem Besucher sinnfällig vor Augenführen, sondern woran sie ihn erinnern und was in den einfachen Protour-kunden der christlichen Malereien gar nicht sichtbar ist, liegt ihre Bedeu-tung. Auch wenn sie historische Ereignisse und Personen darstellen, sind sieSymbole, deren Aufgabe mit dem objektiven Inhalt der Darstellung nichterschöpft ist; sie sollen dem Beschauer die Mysterien und Wahrheiten desneuen Glaubens zum Bewußtsein bringen."
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Was hier Dvořák von den gemalten frühchristlichen Bildern gesagt hat, giltauf eine andere Weise auch für die erzählten Texte.„ Das Bild ist für denprimitiven Glossar ::: zum Glossareintrag primitiven Menschen wirklichkeitsgefülltes Gegenstandssymbol." So urteil-te seinerzeit Ildefons Herwegen gegenüber ältesten künstlerischen Dar-stellungen der Menschheit mit religiös- magischer Funktion. Selbstverständ-lich ist ein gemaltes Bild stets gegenständlicher als ein mit Worten ausge-sprochenes, und dennoch wird alles, was die Sprache heraufbeschwört,ebenso die Grenzen der Zeit überschreiten und Vergangenheit und Gegen-wart miteinander nicht nur verbinden, sondern ineinander fließen lassen.Der, puer aeternus'( ewige Knabe) von Bethlehem bleibt zeitlos im Ablaufder Zeit. Seine Darstellung in Bild und Wort mag im Wandel der Jahrhun-derte zu anderen technischen und sprachlichen Mitteln greifen, im tieferenSinne unterliegt er keiner Veränderung.
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Der Mensch gewordene Gott steht im Zentrum des Mysteriums, aber seineAusstrahlung bezieht einen großen Kreis seiner Umwelt mit ein.„ Der klei-ne Esel der, Flucht nach Ägypten' scheint ebenso andächtig wie Josef unddie Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau", konnte Eliade bei der Beschreibung eines Gemäldes des,, glückseligen" Fra Angelico formulieren und:„ Ich empfinde grenzenloseBewunderung für das theologische und metaphysische Genie des Fra Ange-lico.“
Volkstümliche Ausdrucksformen bedienen sich einfacherer Mittel in derGestaltung ihrer Bilder. Doch sie führen ähnlich in eine tiefere Dimensionhinein und wer nur das oft unbeholfene oder gar verkrampfte Vordergrunds-bild wahrnimmt, dem bleibt die Absicht und das Bemühen solchen Erzäh-lens verschleiert.
Obwohl die ,, Heiligen Ereignisse" mehr einen epischen als einen dramati-schen Charakter haben, sollten gerade Sequenzen der Weihnachtsgeschich-te früh neben dem Erzählen zum Nachspielen anreizen, dies gilt von denfrühspanischen Versen des„, Misterio de los Reyes Magos", die dem Volks-schauspiel näher standen als der Kunstliteratur, bis zum Marionettentheaterund Schattenspiel unseres Jahrhunderts. Die Grenzen zwischen„, lebendenBildern"( vor allem im Vereinstheater des 19. und frühen 20. Jahrhunderts),Umzügen der Sternsinger und abseits der Bühne gespielten Weihnachtssze-nen- ,, Teatru fără Scenǎ"( Theater ohne Szene) konnte Oprişan sein Buchüber dieses Genre betiteln 96)- sind ebenso fließend wie die Möglichkeiten
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