entweder neben anderen Mädchen im Tempel nähend gezeigt wird oder so-gar das Produkt ihrer Handarbeit dem Hohenpriester vorlegt.
Wie jedoch der legendäre Stoff im volkstümlichen Erzählen ins fast Mär-chenhafte abgewandelt werden kann, soll die folgende mallorquinische Ge-schichte zeigen:
( 6) ERZÄHLUNG AUS DEM KATALANISCHEN
Als die hl. Maria, die später unseren Herrn Jesus Christus gebären sollte, nochein kleines Mädchen war, ging sie in die Schule, um nähen zu lernen. Sie muß-te weit übers Gebirge wandern, bis sie in die Schule kam, dort lernte sie denganzen Tag, und gegen Abend wanderte sie wieder heim.
Als sie so einige Zeit in der Schule war, nähte sie ein wunderschönes Tuch.,, Das soll einmal eine Windel für mein Kindchen werden!", dachte sie bei sich.Sie packte das schön gestickte und verzierte Tüchlein in ihr Körbchen undmachte sich auf den Heimweg. Mitten im Gebirge begegnete sie einem Edel-mann, das war der Teufel, aber die kleine Maria erkannte ihn nicht.,, Woher kommst du und wohin gehst du?", fragte der Edelmann.,, Ich komme von der Schule und gehe heim," erwiderte das Mädchen.,, Was hast du denn in dem Körbchen?"- ,, Da habe ich ein gesticktes Tuch.",, Zeig doch einmal her!"-„ Hier!"
Und die hl. Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau nahm es heraus und entfaltete es.
,, Das ist ja wunderschön! Willst du es mir nicht verkaufen?"-„ Nein, ichbrauche es selbst.",, Auch nicht, wenn ich dir einen Beutel voll goldener
Münzen gebe?"
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Aber Maria packte das Tüchlein wieder ein und lief heim.
Es verging einige Zeit. Die kleine hl. Maria hatte in der Schule nun eine reich-verzierte Capa gestickt, aus Seide und mit Goldborten verziert. Die packte siewieder in ihren Korb und machte sich auf den Heimweg.
Mitten im Gebirge begegnete sie wieder jenem Edelmann.
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,, Ach, mein Kind," sagte der ,,, zeig doch her, was du diesmal Schönes genähthast!",, Hier!" ,, Herrlich! Willst du mir die Capa nicht verkaufen?",, Nein," antwortete die hl. Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau ,,, ich brauche sie für meinen Sohn.",, Wie?", lachte der Teufel.„, Du bist noch ein kleines Schulmädchen unddenkst schon an Kinder? Pfui, was für Gedanken! Gib her! Ich will dir zweigroße Beutel voll goldener Münzen geben!"-„ Nein!", sagte Maria und liefdamit davon. Daheim aber legte sie die Capa in eine Truhe.
Es dauerte einige Monate, und als die kleine Maria ihre Lehrzeit in der Schulebeendet hatte, hatte sie ein kostbares Leichentuch aus Brokat gemacht. Dasverpackte sie seufzend in ihren Korb.„ Auch das ist für unseren Herrn JesusChristus." Und sie machte sich wieder auf den Heimweg.
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An der gewohnten Stelle stand schon der Edelmann:„ Guten Tag, Kleine! Washast du heute dabei?"- ,, Hier, seht!". Und sie entrollte das Leichentuch.,, Das gefällt mir, das gefällt mir!", rief der Teufel.„ Verkaufe es mir undich will dir drei riesengroße Säcke voll goldener Münzen dafür geben."
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