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Wegmüssen : die Entsiedlung des Raumes Döllersheim (Niederösterreich) 1938 - 1942 ; volkskundliche Aspekte ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Schloßmuseum Gobelsburg ; mit einem Beitrag über Waldviertler Flur-, Siedlungs- und Hausformen von Ernst Pleßl und einer Beschreibung Waldviertler Hochzeitsbräuche von Adolfine Misar
Entstehung
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Die Zeit von 1945 bis zur Gegenwart

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besitzer eine grundbücherliche Eintragung für den Reichsfiskus- Heer nicht erfolgenkonnte. Die betroffenen Grundstückseigentümer wurden nun dazu verhalten, fürihre eigenen Besitzungen Zins zu zahlen. 25 Es fehlte auch nicht an weiteren drakoni-schen Maßnahmen. Die Männer waren sowieso alle eingezogen, und die Frauen ver-suchte man einzuschüchtern. Der Schießbetrieb sparte Franzen nicht aus, zu man-chen Zeiten war es lebensgefährlich, die Häuser zu verlassen. Überdies montierteman 1941 die Leitungen für das Stromnetz ab, sodaß man gezwungen war, sich wie-der mit Petroleumlampen zu behelfen.

Gegen Ende des Krieges wurden die Bewohner von Franzen wieder zahlreicher.Flüchtlinge aus dem Sudetenland bezogen die leerstehenden Häuser, auch Südtiroleraus der Umsiedlungsaktion waren hier eingezogen. Nach Kriegsende kamen aucheinige alteingesessene Ortsbewohner zurück. Sie alle waren nun aber Pächter aufHäusern, die ihnen früher gehört hatten. Laut Grundbuch waren die Leute zum Teilallerdings immer noch die rechtmäßigen Eigentümer der Liegenschaften. Die USIA-Verwaltung löste nach dem Krieg die Deutsche Wehrmacht als Vermieter ab.

Der Ort, den es laut Gesetz eigentlich nicht mehr gab, brauchte langsam wiedereine Verwaltung. Der Bürgermeister von Allentsteig verwaltete vorerst ohne gesetz-liche Grundlage die kleine Gemeinde. Ein Postamt wurde wieder eingerichtet. 1953wurde der Ort wieder an das Stromnetz angeschlossen. 26 Laut Landesgesetz vom 23.Dezember 1954, LGBl. Nr. 30 vom 24. März 1955, wurde schließlich die GemeindeFranzen wiedererrichtet. Die Niederösterreichische Landesregierung ernannte in ih-rer Sitzung vom 12. Jänner 1955 den Volksschuldirektor in Franzen zum Regierungs-kommissär der Gemeinde. 27 Am 24. April 1955 wurde die erste reguläre neue Ge-meindevertretung gewählt. Damit hatten die Franzener gegen das Schicksal ihrerAuslöschung gesiegt.

9.7. Der Truppenübungsplatz Allentsteig 1957 bis heute

Im Sommer 1957 wurde der Großteil des ehemaligen Truppenübungsplatzes Döl-lersheim dem Bundesministerium für Landesverteidigung für Zwecke der Ausbil-dung des österreichischen Bundesheeres übergeben. Er wurde nach dem Sitz derKommandantur in Truppenübungsplatz Allentsteig" umbenannt. Drei verschiede-ne Bundesdienststellen übernahmen nun die weiteren Geschicke des Platzes. Der ge-samte Truppenübungsplatz ist Eigentum der Republik Österreich. Die Liegen-schaftsverwaltung war anfangs Sache des Bautenministeriums, ging aber später in dieKompetenz des Bundesministeriums für Landesverteidigung über. Heute wird derTruppenübungsplatz durch das Militärkommando für Niederösterreich in St. Pöltenverwaltet. Das österreichische Bundesheer ist somit der militärische Benützer desPlatzes. Für die Bewirtschaftung des Gebietes in land- und forstwirtschaftlicher Hin-sicht wurde eine eigene Dienststelle eingerichtet, die Heeres- Land- und Forstwirt-schaftsverwaltung Allentsteig, welche ebenfalls dem Bundesministerium für Lan-

25 Vgl. Gattringer, a.a.O., S. 300- 306.

26 Gattringer, a.a.O., S. 300- 306.

27 Amtsblatt der Bezirkshauptmannschaft Zwettl, 76. Jg., Nr. 7, 1. 4. 1955.