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Wegmüssen : die Entsiedlung des Raumes Döllersheim (Niederösterreich) 1938 - 1942 ; volkskundliche Aspekte ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Schloßmuseum Gobelsburg ; mit einem Beitrag über Waldviertler Flur-, Siedlungs- und Hausformen von Ernst Pleßl und einer Beschreibung Waldviertler Hochzeitsbräuche von Adolfine Misar
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Die Zeit von 1945 bis zur Gegenwart

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,, Im 45er Jahr hat es geheißen, man soll sich melden, man kann wieder zurück. Man solleinen Anspruch erheben auf Wiederbesiedlung. Das hat man dann gemacht. Da hat manStempelmarken gebraucht und hin und her. Da haben sich schon viele gemeldet. Und aufeinmal hat es geheißen, nein, es wird nicht mehr freigegeben."

Als Bewerber kamen in erster Linie die Aussiedler selbst in Frage beziehungswei-se deren Söhne, weiters aber auch Niederösterreicher und insbesondere Waldviertler,die fachlich geeignet, also Bauern waren und politisch absolut unbelastet.5

Auch das Denkmalamt schaltete sich ein, als es in Erfahrung gebracht hatte, daßeine Wiederbesiedlung des Truppenübungsplatzes geplant war. Es ersuchte die Be-zirkshauptmannschaft, sich bezüglich einer Reihe von Baudenkmalen wie Kirchen,Kapellen, Bildstöcken und bemerkenswerten Bauernhäusern mit ihm in Verbindungzu setzen. Doch es sollte anders kommen.

9.3. Die Zeit der Besatzung

Ein Beschluß der Potsdamer Konferenz vom Sommer 1945 besagte unter anderem,daß jeder der Alliierten in seiner Besatzungszone über das dort befindliche deutscheEigentum verfügen könne. Im Juni 1946 erließ der sowjetische Oberbefehlshaber inÖsterreich den sogenannten Befehl Nr. 17, der besagte, daß sämtliche im östlichenÖsterreich befindlichen deutschen Vermögenswerte mit sofortiger Wirkung in dasEigentum der Sowjetunion übergingen.' Davon waren Fabriken, Handelsunterneh-men, Erdölfelder und Raffinerien und auch der Truppenübungsplatz Döllersheimbetroffen. Er blieb nun in seiner Funktion als Übungsplatz für das Militär erhaltenund wurde daneben aber auch als Wirtschaftsterritorium genützt. Man betrieb dieLand- und Forstwirtschaft weiter, die Forstwirtschaft in Form eines ungeheurenRaubbaues an den Wäldern. Man verpachtete die leerstehenden Häuser, und baldsetzte ein schwunghafter Handel mit Baumaterialien unter der benachbarten Bevöl-kerung ein. Während der gesamten Zeit der Besetzung durch die deutsche Wehr-macht waren die entsiedelten Ortschaften zum größten Teil unbeschadet geblieben.Unter den neuen Verhältnissen begann nun ein wahrer Ausverkauf. Der Truppen-übungsplatz galt zwar weiterhin als Sperrgebiet, aber

,,... bei den Russen, da hat dich der Posten für eine Flasche Schnaps neben dem zugemach-ten Schranken hereinfahren lassen."

Schon während der ersten Zeit nach Kriegsende, als man noch an Wiederbesied-lung dachte, begannen erste Plünderungen auf dem Übungsplatzgebiet. Die Bezirks-hauptmannschaft Zwettl versuchte durch eine Verlautbarung im Amtsblatt vom20. Dezember 1945, dem entgegenzuwirken. Man verbot ausdrücklich die Entnah-me von Baustoffen aus verfallenen Gebäuden und drohte mit Anzeigen wegen Dieb-

5 Gattringer, a.a.O., S. 219.

6 Schreiben des Staatsdenkmalamtes an die Bezirkshauptmannschaft Zwettl, 30. 11. 1945,Zl. 109/ k/ 45.

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Hugo Portisch, Österreich II. Wien 1986, S. 261.

8 Amtsblatt der Bezirkshauptmannschaft Zwettl, 66. Jg., Nr. 24, 20. Dezember 1945.