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Wegmüssen
che und seelische Not der ortsansässigen Bevölkerung, ist in der heimatkundlichenLiteratur und in Dissertationen ausführlich nachzulesen.¹ Bei Kriegsende war derTruppenübungsplatz Döllersheim jedenfalls mit Flüchtlingen und Soldaten über-
füllt.
9.2. Aufruf zur Wiederbesiedlung
Bald nach Kriegsende begann man seitens des Bundes, des Landes und der Bezirks-vertretung, sich mit dem weiteren Schicksal des Truppenübungsplatzes zu beschäf-tigen. Am 20. Juni 1945 erfolgte eine Besichtigung des Platzes durch österreichischePolitiker und Vertreter der sowjetischen Besatzungsmacht. Auch die Landeshaupt-mannschaft, die Landes- Landwirtschaftskammer und das Staatsamt für Land- undForstwirtschaft schalteten sich ein. Am 15. August 1945 beschloß die provisorischeStaatsregierung, den Truppenübungsplatz Döllersheim wieder zu besiedeln.²
Am 21. November 1945 übersandte die Niederösterreichische Landeshaupt-mannschaft an die Bezirkshauptmannschaft Zwettl eine Pressenotiz über die Wieder-besiedlung mit der Bitte um Veröffentlichung im Amtsblatt und den WaldviertlerWochenblättern.³ Darin wurde bekanntgegeben, daß man laut eines Beschlusses derprovisorischen Staatsregierung plane,„ das an der niederösterreichischen Bauern-schaft verübte Unrecht wiedergutzumachen“. Man sprach von den Schwierigkeiten,die damit verbunden sein würden. Nach sieben Jahren waren die Felder verunkrautetund verwüstet, die Wiesen versumpft, die Wälder ausgebeutet. Die Häuser hattendurch jahrelange Nichtbenützung gelitten. Im September 1945 hatte eine vom Staats-amt für Land- und Forstwirtschaft errichtete Domänenverwaltung unter großenSchwierigkeiten die Bewirtschaftung eines Teils der landwirtschaftlichen Flächenübernommen. Der größte Teil des inneren Übungsplatzes war im Laufe der Jahrezu Ödland geworden, und dessen Umwandlung in Kulturland bildete einen wichti-gen Punkt der Wiederbesiedlungsaktion. Man erstellte ein Arbeitsprogramm für dasJahr 1946, welches für den Beginn der Siedlungsarbeiten zunächst die Randgemein-den vorsah. Von dort ausgehend wollte man sich allmählich den gänzlich entsiedeltenGemeinden im Inneren des Übungsplatzes nähern. Bis 28. Februar 1946 lag bei derLandeshauptmannschaft Niederösterreich eine Drucksorte auf, mittels derer sichSiedlungswerber um einen Grund bewerben konnten.
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1 Gattringer, a.a.O., S. 197–215. Kurij, Nationalsozialismus..., a.a.O., S. 195- 204. J.Leutgeb, Zwettl und der Truppenübungsplatz, a.a.O., S. 128- 129. Merinsky, Das Endea.a.O., S. 59-105. Karl Merinsky, Zwettl und der Truppenübungsplatz Döllersheim. In: Tri-schler( Hrsg.), Zwischen Weinsberg, Wild und Nebelstein. Zwettl 1974, S. 155 – 166.
2 Siehe J. Leutgeb, Zwettl und der Truppenübungsplatz, S. 129 und Gattringer, a.a.O.,S. 216 217.
3 Schreiben der Landeshauptmannschaft Niederösterreich an die BezirkshauptmannschaftZwettl, vom 21. 11. 1945, Zl. L.A.VI/12-62/12-1945 und Amtsblatt der Bezirkshauptmann-schaft Zwettl, 66. Jg., Nr. 21, 29. 11. 1945.
4 Schreiben der Landeshauptmannschaft Niederösterreich an die BezirkshauptmannschaftZwettl, vom 21. 11. 1945, Zl. L.A.VI/12-62/12-1945 und Amtsblatt der Bezirkshauptmann-schaft Zwettl, 66. Jg., Nr. 21, 29. 11. 1945.