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Wegmüssen : die Entsiedlung des Raumes Döllersheim (Niederösterreich) 1938 - 1942 ; volkskundliche Aspekte ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Schloßmuseum Gobelsburg ; mit einem Beitrag über Waldviertler Flur-, Siedlungs- und Hausformen von Ernst Pleßl und einer Beschreibung Waldviertler Hochzeitsbräuche von Adolfine Misar
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Die deutsche Wehrmacht richtet sich ein

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nicht nur Kasernen- sondern auch Übungsplatz- Inspektion, da mußte ich meine Rundendrehen. Da kam es schon einmal vor, daß die Leute aus einem Koller heraus die Gartenzäu-ne demolierten oder etwas ähnliches. Aber das wurde sofort wieder instandgesetzt, der Un-glückswurm wurde eingesperrt, da war man sehr streng.

Damals konnte es schon so 20, 30 Grad minus haben. Wir hatten da so Kohlenzuteilungenfür die Baracken. Und wenn das aus war, da sind wir halt hinaus, heimlich, haben uns einenBaum umgeschnitten, knapp über dem Schnee, und haben ihn im Finstern nach Haus ge-tragen. Niemand hat das bemerkt. Erst wie das Tauwetter war, kurz bevor wir abmarschiertsind, sind die Stümpfe herausgekommen. Das war dann eine Riesenaufregung, wer war dasusw., aber man hat das nicht herausgefunden. Die Russen haben ja dann dasselbe gemacht,aber da war das gang und gäbe. Uns wenn man erwischt hätte, da hätt' es schon ein Mili-tärgericht gegeben.

In Allentsteig sind wir ein wenig in den Gasthäusern gewesen, aber es hat ja nicht viel ge-geben. Die einzige Unterhaltung war ein Kino in Allentsteig. In den Gasthäusern sind wirschon auch mit den Zivilisten zusammengesessen. Damals sind auch am Biertisch bereitskritische Stimmen laut geworden. Da hat man bei den Leuten schon eine gewisse Verbitte-rung rausgehört, daß man ihnen das angetan hat. Wenn der Alkohol die Zunge gelockertgehabt hat und sie ein wenig Vertrauen gewonnen hatten, dann haben sie schon was gesagt."

7.7. Warum gerade hier?

Die Frage nach dem Grund der Standortwahl für den Truppenübungsplatz beschäf-tigt viele Betroffene bis heute. Es gibt darüber zahlreiche Spekulationen, welchenhier nicht eine weitere hinzugefügt werden soll. Die gängigen Meinungen mögen andieser Stelle aber zumindest dokumentiert werden.

Für die Wahl dieses Standortes gibt es bislang zahlreiche Überlegungen wirt-schaftlicher, strategischer und persönlicher Natur, aber keine präzisen Fakten, wel-che durch entsprechende Forschungen als gesichert gelten können. In den DreißigerJahren sollen Gerüchte über eine dubiose Abstammung Adolf Hitlers aufgetauchtsein. Sie betreffen einerseits eine mögliche jüdische Herkunft des unehelich gebore-nen Vaters oder aber verzwickte Inzucht- Verhältnisse innerhalb der Hitler'schen Fa-milie. 33 Angeblich sei Hitler aus diesen Gründen an der Vertuschung seiner Ahnen-reihe gelegen gewesen. Der zu Döllersheim vermutete Bezug, Hitler hätte durch dieAusradierung seiner Väterheimat seine Herkunftsverhältnisse verschleiern wollen,entbehrt jedoch jedes konkreten Anhaltspunkts. Der Einzug beziehungsweise dieBeschlagnahmung der betreffenden Matrikenbücher wäre eine viel zielführendereund einfachere Möglichkeit der Verdeckung von familiären Hintergründen gewesen.Daß diese Vermutung jedoch immer wieder auftaucht, mag daran liegen, daß ange-sichts des im Nationalsozialismus üblichen Ahnenkults die Anlage eines so großenTruppenübungsplatzes und damit die Auslöschung vieler Dörfer im Ahnengau desFührers" in gewisser Weise verwundert. Man hört auch eine Spekulation mit entge-gengesetztem Vorzeichen: die Errichtung des Truppenübungsplatzes hätte zur mili-tärischen Verherrlichung der Vaterheimat" dienen sollen.

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33 Vgl. dazu Merinsky, Das Ende a.a.O., S. 2242; Hackermüller, a.a.O., S. 343 344;J. Leutgeb, Zwettl und der Truppenübungsplatz, a.a.O., S. 123.