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Wegmüssen
Die Kommandantur trug aber wenigstens insofern den Wünschen der ausgesie-delten Bevölkerung Rechnung, daß sie den Gräberbesuch auf den Friedhöfen desTruppenübungsplatzes Döllersheim am 1., 2. und 3. November 1940( und vermut-lich auch in den folgenden Jahren) erlaubte.70
Aus einem Auszug aus der Sterbematrik der Pfarre Göpfritz an der Wild, angelegtfür das Pfarramt Edelbach, dessen Agenden als der einzigen dem Stift Zwettl inkor-porierten Übungsplatzpfarre an das Stift übergegangen waren, geht hervor, daß derFriedhof von Edelbach aber weiterhin belegt wurde, und zwar mit verstorbenenKriegsgefangenen. Das Sterbebuch weist zum Beispiel für den Herbst 1939 fünf totekriegsgefangene Polen aus den Gefangenenlagern Äpfelgschwendt, Söllitz und Edel-bach auf. Sie alle wurden auf dem Friedhof zu Edelbach bestattet.71
6.11. Die Übersiedlung
Die Übersiedlung selbst bewerkstelligte man zum Teil mit eigenen Kräften, zum Teilleistete die DAG beziehungsweise die Wehrmacht Hilfestellung. Man versuchte, vonder Heeresverwaltung einige Lastkraftwagen für den Abtransport zu erhalten. DieseLastwagen wurden von der Heeresverwaltung auf dem freien Markt beschlagnahmt.Die Kosten für die Inanspruchnahme dieser Fahrzeuge mußten von denjenigen, diesie benötigten, aus den Sonderbeihilfen bezahlt werden, die von der DAG als Über-siedlungshilfe extra bewilligt wurden.72
„ Einen Teil haben wir mit unseren Ochsen selber herübergebracht, und einen Teil, die Mö-bel und die großen Sachen, das haben wir uns dann schon führen lassen. Wir sind viel selberhin und her gefahren, weil, recht weit war es ja nicht."
„ Alles, was man brauchen hat können, hat man mitgenommen. Mit 15 Fuhren sind wir ge-fahren, Lastwagen mit Anhänger. Da waren ja so viele Sachen zu transportieren. Alles, wasman nicht unbedingt gebraucht hat, hat man dortgelassen. Da wären alte Sachen zurückge-blieben, da hätte es viel gegeben."
Selbst mit den Fahrrädern hat man, so gut es ging, Dinge transportiert.
In ihren Versuchen, aus den ehemaligen Besitzungen wenigstens irgend etwas zuretten, hatten die wegziehenden Bauern über die Kreisbauernschaft bei der Kom-mandantur des Truppenübungsplatzes dahingehend intervenieren lassen, daß in be-gründeten Ausnahmefällen Scheunen, Schuppen und Stallgebäude aus dem entsiedel-ten Gebiet abgebaut werden dürften.73 Während einer kurzen Zeit, vom 28. Dezem-ber 1938 bis 20. Jänner 1939, wurde dem Ersuchen stattgegeben. Aber aufgrund der
70 Amtsblatt des Landrates in Zwettl, 61. Jg., Nr. 43, 24. Oktober 1940.
71 Auszug aus der Sterbematrik der Pfarre Göpfritz/ Wild, Archiv des Stiftes Zwettl.
72 Bekanntmachung der DAG Allentsteig, 21. Juli 1938, Privatarchiv.
73 Brief der Truppenübungsplatzkommandantur an das Landratsamt Zwettl vom19. 1. 1939, Zl. 63s/ 39, und Brief des Landrates an die Kreisbauernschaft in Zwettl vom 24. 1.1939, beide: Archiv der Bezirkshauptmannschaft Zwettl, IV- 203/ 39.