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Wegmüssen
,, Vom Herrgott Brot zu erbitten, und es unbekümmerten Herzens auf dem Felde verderbenzu lassen, ist ein Verbrechen." 60
Man rechnete mit fünf Tagen Arbeit und einem täglichen Bedarf an 70 Arbeits-kräften. Bemerkenswert und signifikant für die damalige Stellung der Frau in derbäuerlichen Arbeitswelt ist,
,, daß gewisse Herren ihre Frauen[ Anm.: zum Arbeitsdienst] schicken, weil es für sie an-geblich wichtigere und höhere Arbeit gibt, als den Ernteehrendienst. Das soll nicht sein.Womit aber nicht gesagt ist, daß nicht auch Frauen und Mädchen sehr willkommene Hel-ferinnen seien." 61
6.9. Wohin mit dem Vieh?
Ein nicht viel geringeres Problem als die Unterbringung der Menschen bedeutete fürdie Bauern ihr Viehbestand.
,, Und das war ja dort furchtbar, weil die Viecher, das sind ja so viele gewesen, da habensie ja gar nicht gewußt, wo sie's hingeben sollen. Man hat die Viecher nicht einmal verkau-fen können, weil man nichts angebracht hat zu dieser Zeit."
Froh sein konnten noch diejenigen Bauern, die ihren Viehbestand vorübergehendbei Verwandten oder guten Bekannten außerhalb des Übungsplatzgebietes gegen Be-zahlung unterbringen konnten. Einer Meldung der Kreisbauernschaft in Zwettl andie Gestapo in Wien vom 12. August 1938 ist zu entnehmen, daß es bei den Viehver-käufen ,, Unzukömmlichkeiten" gegeben hat. 62 Ein Teil des Viehs, insbesondere Ma-strinder, waren durch Händler zu anständigen Preisen angekauft worden. Jung- undNutzvieh war an Ort und Stelle zu erträglichen Preisen nicht an den Mann zu brin-gen. Daher beauftragte die Kreisbauernschaft zwei als„ anständig und reell" bekann-te Viehhändler aus Friedersbach und Schweiggers, sich in den Viehverkauf einzu-schalten, damit die Landwirte nicht gezwungen seien, das Vieh zu Schleuderpreisenzu veräußern. Die Viehhändler übernahmen ca. 150 Stück Nutz- und Jungvieh, stell-ten es bei verschiedenen Gutsherrschaften ein und verkauften es nach und nach inKommission. Der Verkaufserlös bewegte sich, je nach Qualität, zwischen 47 und 63Reichspfennig pro Kilogramm. Als Provision wurden 5% des Preises vereinbart.Die Transport- und Futterkosten gingen zu Lasten der Verkäufer. 63 In den Aktenfindet sich jedoch auch ein scharfer Brief der DAG an einen Viehankäufer in Gö-pfritz/ Wild, der angeblich einem Poppener Bauern den Ankauf eines Pferdes ver-sprochen haben soll, dieses dann jedoch in Kühbach gekauft hat, wodurch dem Bau-
60 J. Leutgeb, Zwettl und der Truppenübungsplatz, a.a.O., S. 121.
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J. Leutgeb, Zwettl und der Truppenübungsplatz, a.a.O., S. 121.
62 Brief der Kreisbauernschaft Zwettl an die Gestapo Wien, 12. 8. 1938, Zl. IVAI- 1/ 38, Ar-chiv der Bezirkshauptmannschaft Zwettl, IV- 203/ 38.
63 Brief der Kreisbauernschaft Zwettl an die Gestapo Wien, 12. 8. 1938, Zl. IVAI- 1/ 38, Ar-chiv der Bezirkshauptmannschaft Zwettl, IV- 203/ 38.