7. Wiesen: 1. Schnitt
2. Schnitt
8. Rotklee: 1. Schnitt
2. Schnitt
Die Entsiedlung
261
35-25 q
pro 1 ha
20-
- 15 q
pro 1 ha
40- 20 q..20-- 10 q..
pro 1 ha
.... pro 1 ha
Die höheren Zahlen gelten für die besten Felder, die niedrigsten für die schlechtesten.28
6.4. Auf der Suche nach neuen Höfen
Nun ging es eiligst an das Suchen neuer Höfe. Die ersten, die sich rasch in das unver-meidliche Los fügten und tatsächlich die Sache in die Hand nahmen, hatten noch re-lativ gute Chancen, auf dem freien Markt ein akzeptables Anwesen zu erwerben. Vie-le Bauern waren zu dieser Zeit hoch verschuldet, sodaß der Verkauf der Höfe oftunvermeidlich war.
,, Mein Vater ist halt auch, mein Gott, wie das halt so war, die Männer sind ein wenig fort-gegangen ins Gasthaus. Und da ist der Besitzer[ Anm.: vom neuen Haus], der hat das auchunterdessen erfahren[ Anm.: von der Aussiedlung], der wollte verkaufen, und da ist er haltraufgekommen in unseren Ort ins Gasthaus und hat sein Haus angepriesen. Die Eltern ha-ben sichs dann angeschaut. Na, es wird schon gehn, haben sie gesagt. Mein Vater, der istnicht so gern fortgegangen, daß man sagen könnt, dort und da was anschauen. Und manhat sich schnell entscheiden müssen, da haben sie halt das erste[ Haus] gleich genommen."Meistens war es aber umgekehrt, nicht die Verkäufer, sondern die Siedler begabensich auf die Suche. Die DAG stellte Autos zur Verfügung, aber auch die wenigenörtlichen Taxiunternehmer- in Großpoppen gab es zum Beispiel bereits einen sol-chen hatten Hochbetrieb( vgl. Abb. 192).
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Man fuhr herum und fragte, ob wer was verkaufen will. Die Sache sprach sichaber rasch herum, und damit traten die Realitätenvermittler auf den Plan. Das er-leichterte zwar manchem die Suche, es bedeutete aber sofort ein Anheben der Kauf-preise. Auch die DAG stellte Adressen zur Verfügung.
„ Der eine ist dort ausgefahren und der andere da. Es waren oft reine Zufälle, wo man wasgefunden hat."
Die ersten Siedler fanden meist noch in der näheren Umgebung Aufnahme. Mehrund mehr jedoch mußte man auf ganz Niederösterreich ausweichen, aber auch nachOberösterreich und in die Steiermark.
Von den bis zum 1. Jänner 1941 ausgesiedelten Personen siedelten sich 67% wie-der im Waldviertel an. Im Gau Niederdonau siedelten sich 85% an, rund 11% imGau Oberdonau und knapp 4% in der Steiermark. Ganz wenige gingen nach Kärn-ten und Tirol( drei Familien). Von 1.101 Familien gingen nur 38 nach Wien. 29
28 Brief der Landwirtschaftlichen Lehranstalt der Landeshauptmannschaft Niederdonau,Edelhof bei Zwettl an die Bezirkshauptmannschaft, die Kreisbauernschaft und den Kreisleiterin Zwettl vom 13. Juli 1938, Zl. 1704. Archiv der Bezirkshauptmannschaft Zwettl, IV- 203/ 38.29 Vgl. Kurt Trinko, Der Truppenübungsplatz Allentsteig- der größte Entsiedlungsvor-gang des 20. Jahrhunderts in Österreich. In: Das Waldviertel, Folge 10/11/12, 1983, S. 219,und Techow, a.a.O., S. 88.