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Wegmüssen : die Entsiedlung des Raumes Döllersheim (Niederösterreich) 1938 - 1942 ; volkskundliche Aspekte ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Schloßmuseum Gobelsburg ; mit einem Beitrag über Waldviertler Flur-, Siedlungs- und Hausformen von Ernst Pleßl und einer Beschreibung Waldviertler Hochzeitsbräuche von Adolfine Misar
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Vom Leben auf dem Dorf

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aber bereits im Jahr 1926, daß diese Erntesitten heute nur mehr wenig in Übungseien", 10 bei einer Befragung 60 Jahre später ist davon nichts mehr zu finden. 11

Abb. 132: Getreidearbeit auf dem Hof. Großpoppen

( Privatarchiv)

4.1.2. Mohn Zubrot für die Bäuerin

Der Mohnanbau war zur Zeit der Entsiedlung noch ein wichtiger Faktor in derWaldviertler Landwirtschaft. Die bereits im Altertum als Attribut des Morpheus be-kannte Kulturpflanze Mohn ist vermutlich über die klösterliche Kultivierung im ho-hen Mittelalter, der Hauptbesiedlungsepoche des nordwestlichen Niederösterreich,im Waldviertel verbreitet worden. Zehentlisten des Klosters Zwettl und verschiede-ner Herrschaften führen bereits ab dem 12. Jahrhundert Mohnzinse an. 12 In den frü-hen Listen findet man die Anzahl der Mohnköpfe bei der Zinsleistung, was darauf

10 H. Rauscher, Volkskunde..., a.a.O., S. 33.

11 Eine schöne neuere Beschreibung der bäuerlichen Lebens- und vor allem Arbeitswelt desWaldviertels gibt Alois Enigl, Das alte Leben und Arbeiten im Waldviertel. Pöggstall 1987.12 Schmidt, Volkskunde von Niederösterreich, a.a.O., Band 1, S. 209.