Vom Leben auf dem Dorf
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aber bereits im Jahr 1926,„ daß diese Erntesitten heute nur mehr wenig in Übungseien", 10 bei einer Befragung 60 Jahre später ist davon nichts mehr zu finden. 11
Abb. 132: Getreidearbeit auf dem Hof. Großpoppen
( Privatarchiv)
4.1.2. Mohn Zubrot für die Bäuerin
Der Mohnanbau war zur Zeit der Entsiedlung noch ein wichtiger Faktor in derWaldviertler Landwirtschaft. Die bereits im Altertum als Attribut des Morpheus be-kannte Kulturpflanze Mohn ist vermutlich über die klösterliche Kultivierung im ho-hen Mittelalter, der Hauptbesiedlungsepoche des nordwestlichen Niederösterreich,im Waldviertel verbreitet worden. Zehentlisten des Klosters Zwettl und verschiede-ner Herrschaften führen bereits ab dem 12. Jahrhundert Mohnzinse an. 12 In den frü-hen Listen findet man die Anzahl der Mohnköpfe bei der Zinsleistung, was darauf
10 H. Rauscher, Volkskunde..., a.a.O., S. 33.
11 Eine schöne neuere Beschreibung der bäuerlichen Lebens- und vor allem Arbeitswelt desWaldviertels gibt Alois Enigl, Das alte Leben und Arbeiten im Waldviertel. Pöggstall 1987.12 Schmidt, Volkskunde von Niederösterreich, a.a.O., Band 1, S. 209.