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Wegmüssen
Das Gehöft Nr. 26
Hier handelt es sich um eine geteilte Hausparzelle. Sie ist etwa 17 m breit. Wareneinander noch im 19. Jahrhundert beide Gehöfte, jenes der Parzelle Nr. 30 und die-ses, sehr ähnlich- nämlich Hakenhöfe-, so kommt es auf der geteilten Hofparzellezur Ausbildung eines anderen Gehöftetyps. Durch die Schmalheit der Parzelle kannsich kein Vierseithof entwickeln, es bildet sich ein Zwerchhof aus. Dieser besteht auseinem an drei Seiten verbauten Hofraum, wobei das Wohngebäude traufseitig zurDorfstraße steht, ebenso der Stadel, und beide durch den Stall verbunden sind.
Auch hier kommt es erst um die Jahrhundertwende zu den ersten Umbauten, diesich ebenfalls etappenweise vollziehen.
Zunächst wurden die Stallungen erweitert, und ein eigener Schweinestall wurdemit einem anschließenden Kartoffelkeller errichtet. 1904 wird ein Schupfen gebaut,1914 folgt ein Pferdestall, da die Umstellung von Kühen auf Pferde als Arbeitstiereerfolgte. Bei diesem Zubau sieht man deutlich die Tendenz und das Bestreben, einenVierseithof zu errichten, das heißt ein allseits umbautes Gehöft. Und schließlich wur-de auch hier zum Abschluß der Gebäudeerweiterung das Wohnhaus im Jahre 1922gebaut. Auch in diesem Bauernhaus finden wir die Doppelküche vor, mit denselbenFunktionen wie im Haus Nr. 30. Dazu kommen noch zwei Zimmer, drei Kammern,eine Speis und die Waschküche.
Der Vergleich der gegenwärtigen Höfe mit jenen aus dem Jahre 1824 zeigt uns,daß unsere Bauernhäuser sehr jung sind und keinesfalls eine jahrhundertelange Tra-dition aufweisen.
Praktisch ist es erst in unserem Jahrhundert durch wirtschaftliche Gründe( Um-stellung des Fruchtwechsels, Düngung und Zunahme der Tierzucht), durch denFortschritt der Technik und durch die höheren Ansprüche an den Wohnkomfort zudiesem gewaltigen Umbau der Gehöfte gekommen. Aus eher ärmlichen„, Bauernkeu-schen" wurden stattliche Bauernhöfe.
3.3. Die Ortschaften
Um sich über die Dimension der Entsiedlungsaktion einigermaßen ein Bild machenzu können und eine Vorstellung davon zu bekommen, was damit alles zugrundege-gangen ist an dörflicher Baukultur, an ländlichem Kulturleben, an menschlicher„ Heimat", empfiehlt sich ein geistiger Rundgang durch die Döllersheimer Regionmit ihren Ortschaften, Gemeinden und Pfarrorten, den Kirchen, Kapellen und Wall-fahrtsstätten, den Bildsäulen und Wegkreuzen, den Schulen, Mühlen, Streusiedlun-gen und einzelnen Gehöften.11
11 Die folgenden Ausführungen stützen sich, sofern nicht anders angegeben, hauptsächlichauf folgende Literatur: Techow, a.a.O. Müllner, a.a.O. Paul Buberl, Die Denkmale des politi-schen Bezirks Zwettl. In: Österreichische Kunsttopographie, Band VIII, Wien 1911. StephanBiedermann, Döllersheim, seine Pfarr-, Markt- und Herrschaftsgeschichte. Zwettl 1929. AloisStanzel, Ein Beitrag zur geschichtlichen Entwicklung des Ortes Döllersheim. Döllersheim o.J.