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Abhandlung über den Ulenspiegel.
mit dem loffel linfen, da was keine da, vnd fprach zu demknecht, wa haftu die linfen hin gethon? Efopus fprach, ir ha-ben fie vff dem loffel zertruckt. Der her fprach haftu dan nurein linfz zu gefetzt. Efopus fprach ia, ir haben mich heiffenzůein linfz zů fetzen, das hab ich gethon, hetten ir gefprochen,fetz linfen zů, fo het ich vil zů gefetzt. Alfo fein vil menfchen,die thun mit fleifz was man fie heifzt, vnd wie man fie heifzt,das fol nit also eyne fein, man fol ein ding thůn nach der mei-nung vnd den willen des gebieters. Der verirten vnd feltzamenhiftorien findeftu in dem Vlen fpiegel, der thet was man inhiefz.
II. Bruder Rausch.
Bei dem hohen Alter der Erzählung vom Bruder Rauschkönnte man versucht sein, zu vermuthen, dass er zu den Quel-len des Ulenspiegel gehörte, auch finden, wie oben zu den Histo-rien 64 und 89 bemerkt ist, Beziehungen zwischen beiden Bü-chern statt, welche jedoch, wie die genauere Untersuchung er-wiesen hat, sich lediglich auf die englische Ausgabe des FriarRush beziehen. Es ist hier zu der anziehenden Abhandlung desHerrn F. Wolf, welche er seiner Ausgabe des Bruder Rauschbeigefügt hat, nichts erhebliches hinzuzusetzen, doch lässt sichdie von ihm gegebene Literatur noch etwas vervollständigen.
Die älteste Bearbeitung des Bruder Rausch, welche wirkennen, ist die niedersächsische, von welcher ein um's Jahr1500 veranstalteter Abdruck in dem einzigen bekannt geworde-nen Exemplare aus der Sammlung des Herrn von Meusebachin die K. Bibliothek zu Berlin übergegangen ist.
Der älteste hochdeutsche Text ist zu Strassburg durchMathis Hüpfuff gedruckt, und in einem Exemplar der K. K.Bibliothek zu Wien erhalten. Dieser Abdruck ist von F. Wolfund St. Endlicher zu Wien 1834 auf zwei Bogen mit 50 SeitenEinleitung wiederholt in nur 50 Exemplaren, und neuerlich inScheibles Kloster B. XI wiedergegeben. Leider ist der nieder-sächsische Text noch nicht wieder aufgelegt worden, jedoch ver-danke ich einer zu Berlin freundlich durch Herrn Dr. Pinderveranstalteten Vergleichung folgende Nachricht: Die Erzählungen