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Dr. Thomas Murners Ulenspiegel
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adon Abhandlung über den Ulenspiegel.d

Ingoiqanaln

Er het hûs in Engellant

in einer stat ze Trânis,

unt hiez der pfaffe Amis.h

Ein Ort Trânis ist unbekannt; drei Handschriften lesenTrameis und Ameis. Sollte nicht zu lesen sein zer Tamis?Zur Themse( sur la Tamise, supra Tamisim im mittelalterlichenLatein) konnte der Uebersetzer um so eher sagen, da auch wirDeutschen Graf zu Rhein, Cöln zu Rhein sagen. Es sind dieErzählungen 17, 27, 28, 29 und 31 aus den mehr als 900ersten Versen des Pfaffen Amis auf den Ulenspiegel übertragen,und zwar mit grosser Gewandtheit und wesentlich abgekürzt,ohne den Kern jener Geschichten irgend zu beeinträchtigen. Obhier schon ein prosaisches, für uns verloren gegangenes Volks-buch das Gedicht des Strickaere mit dem Ulenspiegel vermittelte,müssen wir dahingestellt sein lassen, doch scheint uns keinGrund für solche Annahme vorzuliegen.

II. Vom Pfaffen vom Kalenberg.

Von den bekannten Schwänken des Pfaffen vom Kalenberg')finden sich nur zwei auf den Ulenspiegel übertragen. Das histo-rische Dasein des Pfaffen vom Kalenberg fühle ich mich hiernicht berufen, weder gänzlich in Abrede zu stellen, noch auchbeweisen zu wollen. Gewiss aber ist das Buch seiner Schwänkeälter, als die Sammlung derer vom Ulenspiegel.

Jenes Buch, welches Fugger( Ehrenspiegel des Hauses Oester-reich) 1555 schon nicht mehr finden konnte, ist vielleicht die ein-zige Quelle über den Namen des Pfaffen vom Kalenberg, Wei-gand von Theben, falls derselbe nicht noch andere, uns unbe-kannte Nachrichten hatte. Dass sein Fürst, Herzog Otto derFröhliche, zu Wien im Jahre 1350 gestorben, wie das Buch vomPfaffen vom Kalenberg erzählt, ist irrig, da jener im Jahre 1339Febr. 17 im Kloster Neuburg in Steyermark starb, und deutetalso auf eine nicht sehr bald nach dessen Tode veranstaltete

Compilation. Ess fehlt uns jedoch eine schriftliche oder ge-druckte Sammlung, so wie überall die Nachweisung einer Er-bou.002 HT guldsidassatusbob oldida

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1. Vergl. über ihn von der Hagen's Narrenbuch. ms.M Lebad