wollt er anfangen, das Gelernte zu vergessen, ob er etwan also möchteGnade finden, nach der jetzund alles geschieht.
5. Von dem Priester Schellenberger zu Munderkingen.
Dieſer Prieſter, deſſen ich auch oben Meldung tan hab, kündet
etlichen Klosterfrauen oder besser Begutten, wie ihr Kaplan imWildbad so mächtig krank wäre, daß die Ärzte an seiner Gesundungverzweifelt hätten. Auf diese Mår machten sich die vornehmsten derSchwestern auf den Weg, ihn heimzusuchen und zu trösten. Als sieaber hinkamen, fanden sie ihn frisch und gesund, derhalben sie keinfleinen Unwillen gegen den Priester empfingen, ihn der Lügen straftenund sagten, sie wollten der Bosheit nicht so schnell vergessen. Da ant-wortet er ihnen mit unmäßigem Lachen:„, lieben Schwesterlein, Ihrsolltet wohl gewußt haben, daß meinen Worten nicht zu trauen ist."
6. Von einem Müller.
ohann Bosch, der Pfaff von Stadion, befahle seiner Gemeind einbettelnden Müller, ihm das Almosen mitzuteilen, und saget:„,Ihr Christgläubigen, daß dieser Müller fromm sei, habt Ihr das bestAnzeichen an dem, daß er bettelt, anstatt daß er sich mit Stehlen undandern den Müllern gewöhnlichen Griffen ernährt hatte; derhalbenlasset ihn Euch befohlen sein."
7. Von der Beicht einer Klosterfrauen.
ine Klosterfrau beichtet einem Priester und bekennet unter anderm,sie hätt sich unterweilen mit einer fremden Kutten zudeckt. Sagetder Priester:„ Das schadt nichts, was ist aber darunter gewesen?"Antwortet sie:„ Ein Mönch." Sprach der Priester: Hüte Dich fortanvor diesen Kleidern, auf daß Du nicht beflecket werdest; dann allerleiUnflats liegt unter diesem kleinen Mäntelchen verborgen." Saget dieNonne:„ Ein Mohr Glossar ::: zum Glossareintrag Mohr macht kein Mohren Glossar ::: zum Glossareintrag Mohren schwarz." Drauf ward der
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