5
auch, er würde das Abendmahl im Himmelreich essen. Da wendet sichder Dieb zum Pfaffen:„ Ist es also, lieber Herr, so bitt ich, Ihr wolletfür mich das Nachtmahl essen, ich will Euch zwei Plappart an Zusteuergeben."
43. Von einem Bayer, der Linsen hätt gefressen.
Sin Bayer, der in ein Wirtshaus kame, fraß ein Schüſſel Kinſen, die
ihm vorgesetzt wurden, gar geiziglich hinweg, so daß er zu Nachtins Bett schisse. Wie er morgens vom Wirt gescholten ward, frageter:„ Wirt, was hast Du mir vorgesetzt?" Sprach der Wirt:„ Linsen." Saget der Bayer:„ Ja halt wahrlich, es seind wohl Linsengewesen; sie sind auch also leins von mir geschlichen."
Ate
44. Von den Müllern.
18 Matthias von Ulm, der Narr, dessen wir oben gedacht haben,etlicher Müller ansichtig ward, scherzet er wider sie und verglichsie unser lieben Frauen, und von deßwegen, daß sie gerne weiße Klei-dung trügen, eine Farb, die der Keuschheit, darin am höchsten stundedie Mutter Gottes, zugerechnet würde. Das gefiel den Müllern baßwohl, und sie höreten noch aufmerksamer zu. Da verglich er sie zumandern Mal auch unser Frauen und saget, so wie die heilige Mariaeine Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag Jungfrau blieben war vor der Geburt, in der Geburt und hinterder Geburt, so wären die Müller Dieb vor der Mühlen, in der Mühlenund hinter der Mühlen. Das verdroß sie so übel, daß der sein Heilmußt in der Flucht suchen.
A
45. Von einem Priester, der ein Kindlein taufet.
ls ein Priester ein Kindlein taufen sollt und vom Gevatter ver-langet, daß er ihm das Kindlein nennete, saget der, es war einMädlein. Als der Priester wieder fraget, antwortet er allemal, eswår ein Mädlein, so er hätt sollen sein eigen Namen aussprechen. Endlich
67
PLWELL Wen JUDUL