Druckschrift 
Heinrich Bebels Schwänke. zum l. Male in vollst. Übertr. hrsg. von Albert Wesselski
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

das allerfleißigst Unterricht geben, was Sitten er gebrauchen müßt.Und als der töricht Bauer zum ersten Mal zu der Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrau ginge,auf daß sie sich mit ihm verliebe, hat ihm die Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrau, wie erwieder heimwårts wollt, ein Paar lederne Handschuh, so aus dem köst-lichsten Fellwerk gefertigt waren, geschenkt; die zog er an, aber eingroßer Regen verdarb sie ihm ganz in den Grund hinein. Darum straftihn die Mutter: Lieber Sohn, Du hättest die Handschuh sein sollenzusammengelegt haben und getan in den Busen." Und da er zumandern Mal zu der Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrau kam, verehret sie ihm einen Sperber,den er, da er auf der Mutter Lehr gedachte, in den Busen schob; als erder Mutter wollt die Schenkung zeigen, zog er den toten Sperber her-aus, darauf ihn die Mutter wieder strafet und saget, er sollt ihn feinauf der Hand getragen haben. Und als er zum dritten Mal die Jung-frau Glossar ::: zum Glossareintrag frau heimsuchet, begabet sie ihn, weil er weder Handschuh noch Spersber hått recht heimbracht, auf Befehl der Mutter mit einem Kornsieb,und der grob Tölpel ging hin und trugs auf der Hand, wie er hättsollen den Sperber tragen; wie ihn die Mutter abermals lehret, erhátts sollen dem Roß hinten an den Schwanz binden, behielt ers imGedächnis. Zuletzt schenket ihm die Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrau, die schon ein Mißfallenob seinen unhöflichen Sitten trug, eine Speckseiten, die er dem Roßan den Schwanz bande und im Heimreiten an den Dörnern und Staudenallerding zerrissen und verschleift hått. Auf solches sorget die Mutter,daß der Sohn von seiner ungeschickt Sitten wegen nicht gar ausge-schlagen würde, befahl ihm die Hütung des Hauses, ging selbst hinzu den Eltern der Jungfrau Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrau und erlanget auch, daß man bestimmet einTag zu der Hochzeit; daneben hátt sie aber dem Sohn befohlen, daßer dieweil daheim feine Unruh anfinge. Wie sie weg war, ging erselbst in den Keller, wollt Wein holen und ließ dabei das ganz Faßauf den Estrich auslaufen; damit aber solches die Mutter nicht sähe,überschüttet ers mit viel Mehl. Wie er dann nach der Stuben hin-aufgangen war, erschrecket er mit seinem laut Ungestúm ein Gans,die da ist auf Eiern gesessen, und die schrie ,, Gag gag gag"; damit jagetsie dem Narren ein Furcht ein, der verstand, die Gans sprach: Ichsags", derhalben er sie erwischet und ihr, weil sie ihm gedroht zu sagen,was er im Weinkeller gestift hått, den Kopf abhieb. Dann strich er

16