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1: Volkserotik und Pflanzenwelt : eine Darstellung alter wie moderner, erotischer und sexueller Gebräuche, Vergleiche, Benennungen, Sprichwörter, Redewendungen, Rätsel, Volkslieder, erotischen Zaubers und Aberglaubens, sexueller Heilkunde, die sich auf Pflanzen beziehen. 1.
Entstehung
Halle a. S. [ca. 1908]
Seite
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friesland: ,, Bullnöten", Spööl". Andere Aphrodisiaca fürKühe sind sonst ,, Bullkrut"( Drosera rotundifolia) und Milchvon einer Kuh, die eben vom Bullen gekommen.

Morchel.

( Morchella esculenta).

Die eßbare Spitzmorchel ist wegen ihrer penisähn-lichen Gestalt ebenfalls zu erwähnen. Sie wurde deswegenfrüher zu den Phalluspilzen gerechnet und ,, Eichelschwamm",,, Eichelmorchel"( Phallus esculentus) genannt. Auf ver-hältnismässig kleinem Stiel erhebt sich die lange, ovale,spitzlaufende Eichel dieses Phallus.

Diese Pilzart forderte auch den Vergleich mit läng-lichen Brüsten oder Zitzen heraus. So heißt im Livländi-schen eine eßbare Morchel ,, Stutenzitzen", sie sieht obenfast einem verkehrten Suppenteller gleich( Nemnich II, 931),versteht aber gewöhnlich den Phallus esculentus

man

darunter.

Schafeuter.

( Polyporus ovinus).

Aus ähnlichem Vergleich mit tierischen Zitzen oderEutern heißt eine Zunderschwammart ,, Schafeuter". Sie ent-wickelt sich ohne Stiel an abgestorbenen Buchenstämmenund wölbt sich wie Zitzen oder Euter vor.

Trüffel.( Tuber).

Die Trüffel gilt wegen ihres vorzüglichen Nährge-haltes als Aphrodisiacum der Lebemänner. Sie ist be-sonders in romanischen Ländern sehr geschätzt. Der Wertder Trüffelernte in Frankreich wird auf 25 Mill. Frankengeschätzt. Zum Aufspüren der Trüffeln, die unter demsandigen Boden wachsen, bedient man sich darauf dres-sierter Hunde, wohl auch der Schweine.