V.
Pilze.
Einleitung.
Die Pilze spielen in der Volkserotik wie im Volks-aberglauben nur eine geringe Rolle. Sie waren von alters-her bei unserm Volke nicht sonderlich beliebt. Wenn vielPilze entstanden, glaubte man, daß teure Zeiten kämen.Denn die Pilze dienten schon im Mittelalter den Deutschenweniger als Genußmittel, als es bei den Romanen oderSlaven der Fall war. Kaum, daß man den Champignonals eßbar würdigte; den Steinpilz ließ man verkommen, denPfifferling schalt man als tödlich. Man sprach von diesenGewächsen nur verächtlich. Albertus Magnus nennt siedie Produkte eines unreinen faulen Bodens, und die heiligeHildegard( I, 172) betitelt sie ,, Abschaum oder Schweiß derErde". Eher genossen die Klöster( romanischer Einfluß)die Pilze( Pilz lat. boletus), doch das Volk war und bliebmißtrauisch gegen sie. Es haftete ihnen etwas Dämonisches.und Unheilvolles an, vielleicht weil gerade die schönstenPilze zum Tode locken. Gewisse Pilze nennt man daherin der Altmark„ Poggenstöhl"( Froschstühle). Höchstenserregte die merkwürdige obscöne Gestalt einiger Pilzartenden Witz oder den Aberglauben des Volkes. Frühzeitigwar das beim Phallus impudicus der Fall, der wegen seinerpenis- Gestalt als Aphrodisiacum schon von Wolfram vonEschenbach erwähnt wird. Bovist und Morchel folgen an
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zweiter und dritter Stelle.
Von einem geschwätzigen und zänkischen Weibe Glossar ::: zum Glossareintrag Weibesagt man: ,, Sie hat viel Pilze gegessen". So sagt Mathesy( Syrach 1554) ,, Den Weibern Glossar ::: zum Glossareintrag Weibern ist der Schleyer auch darzugegeben, damit sie das Maul verbinden müßten, denn siehaben viel Pültze gegessen".