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1: Volkserotik und Pflanzenwelt : eine Darstellung alter wie moderner, erotischer und sexueller Gebräuche, Vergleiche, Benennungen, Sprichwörter, Redewendungen, Rätsel, Volkslieder, erotischen Zaubers und Aberglaubens, sexueller Heilkunde, die sich auf Pflanzen beziehen. 1.
Entstehung
Halle a. S. [ca. 1908]
Seite
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der Gestalt eines schönen Burschen zu ihnen komme. Sogesellte er sich einmal als schmucker Bauernbursche zueinem stolzen Mädel, erwarb ihre Gunst, und sie bestellteihn zu ihrem Fenster; als er aber um 12 Uhr Mitternachtsheran kam, gewahrte er vor demselben Kudlkraut( Feld-thymian) und Widerton. Da fuhr er blitzschnell durch dieLuft davon, erbärmlich schreiend Kudlkraut und widritot,hobn mi um mei' madl brocht( Z. f. d. M. III, 343).

In der sexuellen Volksmedizin wurde der Thymianwie Petersilie, Lawendel, Majoran als Vorbeugemittel gegenEmpfängnis und auch als Abtreibemittel benutzt. SchonGalen nennt den Thymian als Abtreibemittel. Dioscuridesverwendet ihn: menses, Geburt und Nachgeburt zu fördern.Die Mädchen tranken den Tee während der Menses, umdiese zu reizen und desto sicherer beim darauffolgendenLiebesgenuß zu sein. Anspielungen hierauf finden sich inmannigfachen Kinderreimen( siehe Wein, Petersilie):

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oder:

Lawendel, Myrte, ThymianWächst in unserm Garten,Unser Ännchen ist die Braut,Kann nicht länger warten usw.Rosmarin und Thymian

Wächst in unserm Garten usw.

In Süddeutschland trinken noch heute die Mädchen

einen Tee aus den getrockneten Blüten während der Menses.Beim Milchversatz nehmen stillende Frauen Quendeltee.

Weizen.

( Triticum vulgare).

Der Weizen war bei den alten Völkern die vorzüg-lichste Getreideart. Ihr Brot wurde zumeist aus Weizengebacken. Mit dem Weizen verband man schon im hohenAltertum den Begriff weiblicher Fruchtbarkeit. Schon diealten Aegypter hatten ein merkwürdiges Rezept, weib­ Glossar ::: zum Glossareintrag  weib­