Druckschrift 
1: Volkserotik und Pflanzenwelt : eine Darstellung alter wie moderner, erotischer und sexueller Gebräuche, Vergleiche, Benennungen, Sprichwörter, Redewendungen, Rätsel, Volkslieder, erotischen Zaubers und Aberglaubens, sexueller Heilkunde, die sich auf Pflanzen beziehen. 1.
Entstehung
Halle a. S. [ca. 1908]
Seite
120
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IV.

Küchengewächse.

Einleitung.

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Das erste literarische Zeugnis über die Küchenge-wächse, die in Deutschland gepflanzt wurden, haben wirerst im Capitulare Karls des Großen über die Verwaltungseiner Hofgüter( 812). In Cap. 70-73 werden die Pflanzenzusammengestellt, die in den damaligen Klostergütern ge-zogen wurden( Wimmer 277). Wie die Obstbäume ge-langten unsere Küchengewächse, wenigstens zum großenTeil, aus dem Süden und Westen in unser Vaterland. Sodie Gartenbohne, die Gartenerbse, die Salate, der Sellerie,der Spargel; Kürbis, Melone, die im Gegensatz zur Gurkeausführlich und mit Vorliebe bereits in den ältesten Garten-dokumenten( Capitulare, Walafried Strabus) behandeltwerden, denn die Kultur der Gurke war im Mittelalter zu-rückgegangen. Dagegen werden z. B. Felderbse undSaubohne( ahd: bona) schon vor der Römerzeit bei unseinheimisch und dem Donar heilige Pflanzen gewesen sein.

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Schnittlauch, Porree, Knoblauch, Zwiebel erwähnt dasCapitulare als Würzpflanze, ebenso Kümmel, Dill, Anis.Petersilie war ein altes, sehr beliebtes Küchengewürz. Vorallem sind von altersher die Rüben bevorzugt: Mohrrübenund Kohlrüben werden schon im Capitulare erwähnt. Siesind im frühen Mittelalter beliebte Volksspeisen. Eswerden also die Wurzeln deutschen Aberglaubens unddeutscher Volkserotik, die sich an Linsen( in Gärten ge-zogen, schon in der lex salica erwähnt; sie ist überhauptdie älteste Hülsenfrucht), Bohnen( Saubohnen), Erbsen( Feld-erbse) knüpfen, sehr wohl bis in die Heidenzeit Glossar ::: zum Glossareintrag  Heidenzeit zurück-reichen. Sie sind dem Volke entsprungen. Besonders dieErbsen waren ein hauptsächliches Volksnahrungsmittel. Siewerden heute durch die Kartoffeln vertreten. Auch derKohl ist bereits zur Zeit der Kelten von Südeuropa nach

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